Die Europäische Kommission hat am 14. November 2017 eine Mitteilung mit dem Titel "Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur" herausgegeben. Die Strategie ist als Input zu der Diskussion der Staats- und Regierungschefs am 17.11.2017 in Göteborg aufgesetzt worden, die in Zusammenhang mit der im März 2017 initiierten Diskussion zu der Zukunft der EU vom Europäischen Rat ausgerichtet wurde.

Die Mitteilung fordert die Schaffung eines Europäischen Bildungsraums bis 2025. Sie betont gleichermaßen die Bedeutung von Bildung für die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit sowie zur Stärkung einer europäischen Identität.

Kerninitiativen der Kommissionsmitteilung umfassen unter anderen:

  1. Lernerfahrung im Ausland: Die Begünstigten in Erasmus+ sollen bis 2025 verdoppelt werden und auch Lernende aus weniger privilegierten Schichten umfassen.
  2. Ein europäischer Studierendenausweis soll bis 2025 allen mobilen Studierenden zur Verfügung stehen. Ein Pilotprojekt hierzu wird 2019 starten.
  3. Europäische Hochschulen: Der Vorschlag des französischen Staatspräsidenten Macron zur Entwicklung Europäischer Hochschulen soll auf EU-Ebene aufgegriffen werden.  Der Vorschlag wird mit dem Ziel verbunden, zukünftig mehr europäische Hochschulen unter den weltweit besten 50 Universitäten zu finden.
  4. Die Errichtung einer „Fakultät für Europäische und Transnationale Governance“ aus einem Verbund des Europäischen Hochschulinstituts Florenz, der Hertie School of Governance, der ENA (Ecole nationale d’administration) und des Europa Kollegs in Brügge.
  5. Im Mai 2018 wird die Kommission eine Empfehlung über die gegenseitige Anerkennung von Schul- und Hochschulabschlüssen sowie von Studienzeiten im Ausland aufsetzen. Darüber hinaus ist ein elektronisches System für die Speicherung und den Abruf von Hochschulabschlüssen in Planung.
  6. Innovation und Digitale Bildung: Die Kommission fordert die Verbesserung der Kompetenzvermittlung in der Digitalisierung für alle Lernenden (bildungsbereichsübergreifend).
  7. Empfehlung zur Verbesserung des Fremdsprachenlernens, wonach alle jungen Europäer bis 2025 bei Abschluss der Sekundarstufe II zusätzlich zu ihrer Muttersprache zwei Fremdsprachen gut beherrschen sollen.

Die Mitteilung weist darauf hin, dass die Vorschläge zu den hier aufgeführten neuen Initiativen eng mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln für den nächsten Mittelfristigen Finanzrahmen (MFR) 2021-2027 in Verbindung stehen werden.