Im Mai 2018 veröffentlichte die European University Association (EUA) ein Positionspapier, in dem sie zu verstärkten Investitionen in Forschung, Innovation und Hochschulbildung im nächsten Mehrjährigen EU-Finanzrahmen (MFR) aufruft.

In dem Positionspapier schlägt die EUA zunächst fünf allgemeine Leitlinien für den nächsten MFR vor: 1. Europäischer Mehrwert, 2. Stabilität und Berechenbarkeit, 3. Nachhaltigkeit, 4. Synergien und Vereinfachung, 5. Offenheit. Darauf aufbauend werden Vorschläge für die nächste Programmgeneration im Forschungs- sowie im Bildungsbereich gemacht.

Das nächstes EU-Forschungsrahmenprogramm muss darauf ausgerichtet sein, Grundlagen-und Verbundforschung als Basis von Innovation zu fördern. Dadurch werden grenzüberschreitende wissenschaftliche Netzwerke in der EU geknüpft und das Potential der Forscher von morgen gehoben. Damit das Rahmenprogramm seine volle Wirkung entfalten kann, muss es sich auch globalen Herausforderungen stellen und offen für internationale Kooperation sein.
Das politische Ziel, dass die EU in Forschung und Innovation weltweit mit an der Spitze steht, kann nach Auffassung der EUA nur durch ein gut ausgestattetes nächstes EU-Forschungsrahmenprogramm erreicht werden, das zu besseren Auswahlrelationen und Resultaten führt. Um die Innovationskraft der Regionen in der EU zu stärken, muss das Forschungsrahmenprogramm besser mit den Strukturfonds verknüpft werden.

Ausgehend von der großen Erfolgsgeschichte des EU-Bildungsprogramms Erasmus+ sei für die EUA eine Budgetvergrößerung notwendig, sodass mehr Menschen davon profitieren könnten. Die hohe Absorptionsrate der Kooperationsmaßnahmen unter dem laufenden Programm, gekoppelt mit einer hohen Nachfrage und niedrigen Erfolgschancen, unterstreiche den Bedarf nach verstärkten Investitionen. Zur Unterstützung benachteiligter Lernende sollten zusätzlich mögliche Verbindungen mit dem Europäischen Sozialfonds sondiert werden.
Darüber hinaus solle das Programm offen für die internationale Teilnahme bleiben, um die Beziehungen Europas mit seinen Nachbarn und Partnern weltweit weiter zu fördern. Schließlich schlägt die EUA auch vor, unter dem neuen Programm eine spezifische Aktionslinie für Studierende und Akademiker mit internationalem Schutzstatus einzurichten. Dabei sollten die finanziellen Mittel aus dem Budgetbereich für Migration kommen und unter der Programmstruktur von Erasmus+ implementiert werden.