Der Bildungsrat hat sich am 26. November auf Empfehlungen zu dem Kommissionsvorschlag für die automatische gegenseitige Anerkennung von im Ausland erworbenen Hochschulabschlüssen und Abschlüssen der Sekundarstufe II sowie der Ergebnisse von Lernzeiten im Ausland geeinigt.

Unter Leitung der Österreichischen Ratspräsidentschaft wird mit den Empfehlungen auf den Vorschlag der Europäischen Kommission im Mai 2018 reagiert, der im Kontext eines größeren „Bildungspakets“ der Europäischen Kommission zur Schaffung eines europäischen Bildungsraums bis 2025 steht.

Der Bildungsrat sieht vor, den Prozess der Anerkennung zu beschleunigen und transparenter zu gestalten. Der Hochschulzugang  soll in den EU-Mitgliedstaaten grundsätzlich gegenseitig anerkannt werden – ohne dass dies jedoch die Berechtigung von Hochschulen einschränkt, individuelle Aufnahmekriterien für Studiengänge aufzusetzen oder die Qualifikation individuell zu prüfen. Studienzeiten im Ausland sollen auf Grundlage eines vorab geschlossenen „Learning agreement“ und dem „Transcript of record“ (ECTS-System) anerkannt werden.

Folgende Maßnahmen auf nationaler Ebene sollen die Konsistenz in der Anerkennungspraxis gewährleisten und Verwaltungslasten reduzieren:

  1. Aktuelle Kurskataloge mit Beschreibung der Studiengänge, der einzelnen Unterrichtseinheiten und Übersichten zur Notenverteilung;
  2. Diplomzusätze für alle Graduierten, automatisch und unentgeltlich erstellt; in einer weitverbreiteten Sprache und, wenn möglich, in digitaler Form;
  3. Transparente Kriterien für die Anerkennung, die in der gesamten Hochschuleinrichtung angewandt werden.