Die Europäische Kommission hat zwei neue Studien zur Wirkung von Erasmus+ im Hochschulbildungssektor veröffentlicht. Die eine analysiert die Auswirkungen des Programms auf Studierenden, Hochschulpersonal und Hochschulinstitutionen. Die andere bewertet die Kooperationsprojekten Wissensallianzen und Strategische Partnerschaften.

Während die letzte Herausgabe einer Studie zur Wirkung von Erasmus beinahe 5 Jahre zurückliegt (September 2014), betonen die zwei neu Studien folgende Ergebnisse:

Studierende sind internationaler ausgerichtet und beruflich selbstsicherer

  • Über 70% der ehemaligen Erasmus+-Teilnehmer sagen, dass sie nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland eher wissen, welchen Karriereweg sie einschlagen wollen.
  • 80% der Erasmus+-Teilnehmer finden innerhalb von drei Monaten nach dem Studienabschluss einen Job.
  • Außerdem haben sie eine internationalere Laufbahn: 23% beginnen ihre Arbeit im Ausland, im Vergleich zu 15% bei Nicht-Erasmus+- Studierenden.

Studierende streben höheres akademisches Bildungsniveau an

  • 80% der Erasmus+-Studierende auf Bachelor Niveau zielen darauf ab, ein höheres Studienniveau zu erreichen; dasselbe gilt für 58% der Studierende mit Master-Niveau.

Erasmus+ stärkt das Zugehörigkeitsgefühl zu Europa

  • 32% der Erasmus+-Studierenden identifizieren sich nach ihrer Mobilitätsperiode nur oder hauptsächlich als Europäer, im Vergleich zu 25% vor der Mobilitätsperiode.
  • Nach ihrer Erasmus+-Mobilität sind sich 90% der Studierenden einig, dass die Europäische Union notwendig ist und einen Mehrwert darin sehen, europäisch zu sein. Diese Zahl liegt bei Hochschulpersonal mit 95% sogar höher.

Studierende sind innovativer und besser auf den digitalen Wandel vorbereitet

  • Instrumente und Methoden für innovativen Unterricht wurden in über 40% der Kooperationsprojekte der Strategischen Partnerschaften und Wissensallianzen eingesetzt.
  • Mehr als 80% der Universitäten geben an, dass sie besser auf den digitalen Wandel vorbereitet sind.
  • Darüber hinaus berichten mehr als die Hälfte der Erasmus+-Teilnehmer, dass sie ihre digitalen Kompetenzen verbessert haben.

Erasmus+ fördert soziale Inklusion und nachhaltige Kooperation

  • 95% der befragten Erasmus+-Studierenden geben an, dank dem Auslandsaufenthalt besser mit Menschen aus anderen Kulturen zurechtzukommen. 93% haben ihre Fähigkeit verbessert, kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen.
  • Knapp zwei Drittel der teilnehmenden Universitäten geben an, dass EU-weite Projekte auch dazu beitragen, die soziale Inklusion und Nichtdiskriminierung in der Hochschulbildung zu verbessern.
  • In 90% der Fälle wurde die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, die durch Strategische Partnerschaften finanziert wurden, über den Rahmen ihres Projekts hinaus fortgesetzt.