Der Rat der EU-Bildungsminister hat seine Schlussfolgerungen zum Thema "Europäische Lehrer und Ausbilder für die Zukunft" veröffentlicht. Er schlägt den Mitgliedstaaten eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der kontinuierlichen, professionellen Weiterentwicklung, der Mobilität sowie zur zukünftigen Einbindung der Lehrer in die Politikgestaltung vor.

Die Ratsschlussfolgerungen betonen auch die Bedeutung von grenzüberschreitender Mobilität von Lehramtsstudierenden - in kurz- oder langfristiger, physischer, virtueller oder gemischter Form - als wirkungsvolle Erfahrung und wertvolle Gelegenheit zur Entwicklung ihrer sozialen, interkulturellen, multilingualen und zwischenmenschlichen Kompetenzen.

Gleichzeitig werden mobilitätserschwerende Hindernisse und Herausforderungen angeführt; wie fehlende Fremdsprachenkenntnisse und die Anerkennung von Auslandsaufenthalten. Insbesondere im Vergleich zu anderen Studiengängen weist die Lehramtsausbildung oft eine schwach ausgebildete internationale Dimension und ein niedriges Ausmaß an Auslandsmobilität auf.

In den Schlussfolgerungen macht der Rat der EU-Kommission verschiedene Vorschläge, wie die Lehramtsausbildung internationalisiert werden kann.

Vorschläge zur Internationalisierung der Lehramtsausbildung

  • Die Mobilität unter Lehramtsstudierenden soll stärker beworben und bestehende Hindernisse abgebaut werden. Hochschulen werden darin bestärkt, das Potential der Mobilität als Lernangebot voll auszuschöpfen (z.B. durch Mobilitätsfenster im Studienprogramm).
  • Der Dialog zur Analyse mobilitätserschwerender Hindernisse soll in Kooperation mit den Mitgliedsstaaten gefördert werden (u.a. zum Thema Anerkennung). Bildungsinstitutionen sollen bei der Verbesserung der Mobilität und Ausweitung internationaler Perspektiven unterstützt werden.
  • Ein Europäischer Kompetenzrahmen zur Weiterentwicklung und Bewertung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung soll (zur freiwilligen Verwendung) sondiert werden.
  • Eine engere Zusammenarbeit zwischen Bildungsinstitutionen in der EU soll unterstützt werden, u.a. zur Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität und gemeinsamen Bildungsmöglichkeiten (z.B. Europäische Akademien zur Lehreraus- und -fortbildung).
  • Die Nutzung und Weiterentwicklung von Online-Plattformen (z.B. E-Twinning, School Education Gateway und EPALE) zur Erleichterung der Mobilität sollen stärker beworben werden, u.a. durch die Identifizierung von Partnern für Mobilitätsprojekte und die Bereitstellung einer Plattform für die Vor- und Nachbereitung von Mobilitäten.
  • Die Bildungsmöglichkeiten und Mobilität der Lehramtsstudierenden sollen durch das Erasmus+ Programm und den Europäischen Sozialfonds unterstützt werden.
  • Die Schlussfolgerungen zu Lehrern sollen bei den Vorschlägen zum Europäischen Bildungsraum und dem neuen strategischen Rahmenwerk für Bildung und Ausbildung berücksichtigt werden.

Virtuelle Konferenz zur Internationalisierung der Lehramtsausbildung

Der DAAD und Diku Norwegen organisierten am 9. und 10. Juni ein zweiteiliges Online-Event zur Rolle des virtuellen Austauschs für die Internationalisierung der Lehrerbildung. Dabei präsentierte die kroatische EU-Ratspräsidentschaft auch ihre Schlussfolgerungen.
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