Am 1. Juli veröffentlichte die Kommission die erneuerte Europäische Kompetenzagenda für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz. Hiermit werden ehrgeizige und quantitative Ziele für die Weiterbildung und Umschulung festlegt, die bis 2025 erreicht werden sollen.

Die neue Agenda schlägt 12 Maßnahmen vor; darunter ein neuer Pakt für Kompetenzen, Kompetenzen zur Unterstützung des ökologischen und des digitalen Wandels, ein europaweiter Ansatz für Micro-Credentials und die neue Europass-Plattform.

Eine weitere Maßnahme betrifft die Einrichtung der Europäischen Hochschulen und Weiterbildung von Wissenschaftlern. Die europäischen Hochschulen sollen Standards für die Umgestaltung der Hochschuleinrichtungen im gesamten Europäischen Bildungsraum und im Europäischen Forschungsraum setzen, wodurch auch lebenslanges Lernen und die Zirkulation von Talenten Realität werden.

Zur Einrichtung der Europäischen Hochschulen

Um langfristige, transnationale Allianzen zwischen den Hochschuleinrichtungen in ganz Europa aufzubauen wird die Kommission:

  • Sich für die vollständige Einführung der Initiative im Rahmen des zukünftigen Erasmus+ Programms und Horizont Europa engagieren, u.a. durch die Beseitigung von Hindernissen für eine effektive und tiefere transnationale Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen sowie für die Vertiefung der Zusammenarbeit mit Wirtschaftsakteuren, insbesondere zur Förderung der "twin transitions".
  • Aus der Forschungs- und Innovationsdimension der Hochschulen Möglichkeiten zur Beseitigung von Hindernissen eruieren und dabei die Erfahrungen nutzen, die bei den Pilotaufrufen im Rahmen des aktuellen Erasmus+ Programms und Horizont 2020 gemacht wurden.
  • Bereiche ermitteln, in denen die Maßnahmen der Mitgliedstaaten unterstützt werden können, einen konkreten Ansatz für einen "Europäischen Hochschulabschluss" und die Durchführbarkeit eines europäischen Hochschulstatuts (zur Lösung grenzüberschreitender Rechtsfragen) sowie für ein europäisches Anerkennungs- und Qualitätssicherungssystem.
  • Mit dem Europäischen Institut für Innovation und Technologie (EIT) und anderen für den Europäischen Forschungsraum relevanten Initiativen zusammenarbeiten, um führende Organisationen aus Wirtschaft, Bildung und Forschung zusammenzubringen, insbesondere durch die Wissens- und Innovationsgemeinschaften, um innovative Lehr- und Lernmethoden zu entwickeln, die nächste Generation von Innovatoren auszubilden und den Übergang von Hochschuleinrichtungen zu stärker unternehmerisch ausgerichteten Organisationen zu begleiten.
  • Akademiker und Industrie zusammenbringen, indem sie einen neuen Wissensaustausch "Talente auf Abruf" erproben, um den Forschungs- und Innovationsbedarf der Unternehmen zu decken und die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen zu ergänzen.

Zur Weiterbildung von Wissenschaftlern

Um ein Set an Kernkompetenzen für Forschungskräfte zu entwickeln, wird die Kommission:

  • Einen europäischen Kompetenzrahmen für Forscher entwickeln und die Entwicklung einer Reihe von Kernkompetenzen für Forscher unterstützen.
  • Eine Taxonomie der Fähigkeiten von Forschern definieren, die eine statistische Erfassung der "brain circulation" ermöglicht, und sich mit den Mitgliedstaaten auf eine Reihe von Indikatoren einigen, die Monitoring und statistische Analysen ermöglichen.
  • Open science und Wissenschaftsmanagement für Forscher entwickeln.

Weitere Initiativen der Kommission im Überblick

Für 2020:

  • Aktualisierung des Aktionsplans für digitale Bildung
  • Verwirklichung des Europäischen Bildungsraums (Link)
  • Ratsschlussfolgerungen zu den Europäischen Hochschulen

Für 2021:

  • Eine gemeinsame Vision zu den "Hochschulen der Zukunft" (Link)
  • Ratsempfehlungen zu den Europäischen Hochschulen
  • Machbarkeitsanalyse für ein Europäisches Universitätsstatut ("European University Statute")
  • Überprüfung der Ratsempfehlungen zur Qualitätssicherung und Vorbereitung eines Europäischen Qualitätssicherungssystems