Der Forschungsrat hat auf der Grundlage eines Vorschlags des deutschen Vorsitzes am 29.09. eine gemeinsame Position zu den bisher noch offenen Fragen erzielt, die sowohl den Entwurf der Verordnung zu Horizont Europa als auch den Beschluss zur Umsetzung des Programms betreffen:

Budget

Die Minister haben innerhalb des vom Europäischen Rat festgesetzten Plafonds (75,9 Mrd. Euro MFR + 5 Mrd. Euro Wiederaufbaufonds Next Generation EU, kurz NGEU) eine proportionale Verteilung der Budgetkürzungen vorgenommen mit einer Ausnahme: Auf Initiative der deutschen Ratspräsidentschaft wurden 200 Mio. Euro vom neuen Instrument European Innovation Council (EIC) zur Förderung von marktschaffenden Innovationen zu den Marie Skłodowska-Curie Aktionen (MSCA)  umgeschichtet. Diese Mittelverschiebung wurde von den meisten Ministern unterstützt, da sie die Unterstützung von Forschern zu Beginn ihrer Karriere ermöglicht. Die Mittel aus dem NGEU werden voraussichtlich insbesondere Aktionen in den Bereichen Gesundheit und Wirtschaft zugutekommen.

Synergien mit anderen EU-Programmen

Zusätzlich zu den bereits gemachten Aussagen in den Vorgängertexten wird zu Kohärenz und Synergien zwischen Horizont Europa und Erasmus+ insbesondere die gemeinsame Unterstützung der Europäischen Hochschulen hervorgehoben. Diese sollen zur Schaffung von Synergien zwischen Europäischem Bildungs- und Europäischem Forschungsraum beitragen. Auch die Entwicklung sowie Unterstützung gemeinsamer Bildungs-, Forschungs- und Innovationsstrategien und Netzwerke von Hochschulen wird betont, ebenso wie der Transfer von Forschungserkenntnissen und -praktiken in die Lehre.

Internationale Zusammenarbeit sowie die Assoziierung von Drittstaaten

Die Forschungsminister haben den ursprünglichen Vorschlägen der Europäischen Kommission zu der Assoziierung von Drittländern zugestimmt. Es gibt verschiedene Gruppen von potenziellen Assoziierungskandidaten: a) Mitglieder der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), die dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören; b) beitretende Länder, Kandidatenländer und potenzielle Kandidaten; c) unter die Europäische Nachbarschaftspolitik fallende Länder; d) forschungsstarke Drittländer, die der offenen Marktwirtschaft, dem Sozialstaat und dem Recht auf geistiges Eigentum verpflichtet sind.

Im nächsten Schritt werden nun seitens des Rates die sogenannten Trilog-Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament und der Kommission über Horizont Europa offiziell aufgenommen mit dem Ziel, die Verordnung und das Spezifische Programm für Horizont Europa bis zum Jahresende zu verabschieden.