Am 22. Oktober hat das Europäische Parlament eine Entschließung zur „Zukunft der Bildung in Europa vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie“ verabschiedet.

Darin fordern die Abgeordneten die Kommission u.a. dazu auf:

  • den Mitgliedstaaten eine Plattform für den Austausch bewährter Verfahren zu bieten, künftig eine aktivere Koordinierungsfunktion zu übernehmen und in diesem Zusammenhang Möglichkeiten für neue Initiativen wie die Einrichtung einer europäischen Online-Universität zu sondieren;
  • ein Arbeitsprogramm mit einer Reihe messbarer Ziele vorzuschlagen, wozu die automatische gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen, Abschlüssen und Lernzeiten im Ausland bis spätestens 2025 gehöre;
  • die Konnektivität unionsweit, insbesondere in ländlichen und abgelegenen Gebieten, zu verbessern und der Zugang zu digitalen Geräten zu verstärken;
  • die Mobilität und den Wissensaustausch von Lehrkräften weiter zu unterstützen;
  • Daten aus allen Mitgliedstaaten über die Auswirkungen der Pandemie auf die Teilnahme von Lernenden am Fernunterricht und die digitalen Kompetenzen von Lehrkräften zu erheben;
  • Bildung zu einem thematischen Teil der Konferenz zur Zukunft der EU zu machen.

Mit dem Bericht bekräftigt das Parlament noch einmal seine Forderung nach einer Verdreifachung des Budgets für Erasmus+ im Vergleich zum EU-Haushalt 2014–2020 und führt zum wiederholten Mal auf, dass durch den überarbeiteten Haushaltsvorschlag der Kommission vom Mai 2020 – der vom Europäischen Rat im Juli 2020 noch weiter gekürzt wurde (Link) – Erasmus+ die erforderlichen Mittel für die Umsetzung seiner Leitinitiativen (wie z.B. der „Europäischen Hochschulen“) fehlen würde.

Die Mitgliedstaaten werden von den Abgeordneten aufgefordert, die im Rahmen des Aufbauplans zur Verfügung stehenden Mittel ambitioniert zu nutzen, um Investitionen in Bildung anzukurbeln und die öffentlichen Bildungsausgaben erheblich zu erhöhen.