Die Verhandlungsführer der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und des Europäischen Parlaments haben am 11.12.2020 eine politische Einigung zum zukünftigen Erasmus+ Programm 2021-2027 erzielt. Dies war unter anderem durch den kurz zuvor gefundenen Kompromiss zum EU-Haushalt (2021-2027) möglich. Dem neuen Erasmus+ Programm wird ein deutlich erhöhtes Budget von rund 26 Mrd. Euro zur Verfügung stehen. Es wird neue horizontale Prioritäten zu Inklusion, Digitalem und Nachhaltigkeit aufweisen und die neue Förderlinie der Europäischen Hochschulen umfassen.

Das neue Programm soll bei einem Mittelzuwachs von rund zehn Milliarden Euro die Zahl der Teilnehmer verdreifachen, so dass sie auf 12 Millionen Menschen ansteigen wird. 83% des Gesamtbudgets (rund 20,4 Mrd Euro) werden für Aktivitäten im Bereich Bildung und Ausbildung, 10,3 % für Maßnahmen im Bereich Jugend und 1,9 % für sportbezogene Aktivitäten verwendet. Über die bekannte Programmstruktur der drei Leitlinien hinaus, die sich im Wesentlichen durch Kontinuität gegenüber des Vorgängerprogramms 2014-2020 (Link) auszeichnet, beinhaltet das neue Programm drei neue Förderlinien zu DiscoverEU, den Zentren für berufliche Exzellenz sowie den Europäischen Hochschulen (siehe hier).

Horizontale Prioritäten

Neben den neuen horizontalen Prioritäten zu Digitalisierung (siehe hier) und Nachhaltigkeit (siehe hier) soll das Programm Erasmus+ viel inklusiver werden und Lernenden in allen Bildungsbereichen einen besseren Zugang bieten. Hiervon sollen auch explizit Menschen mit geringeren Möglichkeiten, einschließlich Menschen mit Behinderungen und Migranten, sowie von EU-Bürgern, die in abgelegenen Gebieten leben, profitieren. Die Inklusivität des Programms wird auch durch die Bestimmungen über virtuelles Lernen - komplementär zur physischen Mobilität - verstärkt.

Die politische Einigung zum Erasmus+ Programm muss nun noch offiziell von Rat und Parlament angenommen werden. Dieser Prozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen, die Zustimmung soll jedoch rückwirkend zum 01.01.2021 erfolgen, so dass das Programm zum Jahresbeginn starten kann.

Der DAAD begrüßt die Einigungen zum EU-Haushaltspaket sowie zur Erasmus+ Verordnung, insbesondere den Mittelzuwachs für Erasmus+. Nicht zuletzt komme man mit der festen Verankerung der Europäischen Hochschulen im neuen Programm dem Ziel eines gemeinsamen, europäischen Bildungsraums ein großes Stück näher. Das sei für alle jungen Menschen in Europa ein gutes Zeichen, so DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee.
(Zur Pressemitteilung / Zum europäischen Bildungsraum)