Die EU-Bildungsminister*innen haben am 30. November Schlussfolgerungen „zur digitalen Bildung in europäischen Wissensgesellschaften“ verabschiedet, mit denen sie den neuen EU-Aktionsplan für digitale Bildung unterstützten und die Bedeutung der digitalen Bildung für den individuellen Bildungsweg ebenso wie für das gesamte Bildungssystem betonen.

Mit Blick auf die beispiellose Herausforderung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie steht für den Rat fest, dass die Bereitstellung digitaler Kompetenzen für alle dringend verbessert werden müsse, um den gleichberechtigten Bildungszugang für jeden Einzelnen zu gewährleisten. Die Pandemie stelle zudem eine Herausforderung für die Kontinuität der grenzüberschreitende allgemeine und berufliche Bildung und die Mobilität im Rahmen von Erasmus+ dar - insbesondere die Mobilität von Studierenden und Personal im Bereich der Hochschul- und Berufsbildung.

Handlungsfeld der EU-Mitgliedstaaten

Mit den Schlussfolgerungen werden die Mitgliedstaaten ersucht,

  • die Einbettung digitaler Bildungstechnologien und den Erwerb digitaler Kompetenzen zu fördern;
  • sich für die Bewertung, Qualitätssicherung und Validierung der Lernergebnisse innovativer Lernmethoden einschließlich digitaler Komponenten einzusetzen;
  • Investitionen in die digitale Bildung durch Nutzung der Möglichkeiten der neuen Aufbau- und Resilienzfazilität und anderer EU-Finanzierungsmöglichkeiten, wie Erasmus+, Horizont Europa, Digitales Europa, der Fazilität „Connecting Europe 2“, InvestEU, des EFRE und des ESF+, zu erwägen.

Handlungsfeld der EU-Kommission

Mit den Schlussfolgerungen wird die Kommission ersucht,

  • einen koordinierten Ansatz bei der digitalen Bildung zu gewährleisten und einen strategischen Reflexionsprozess über die Faktoren einzuleiten, die eine erfolgreiche digitale Bildung ermöglichen;
  • Möglichkeiten für eine Einrichtung einer europäischen Plattform für digitale Bildung zu sondieren;
  • Informationen über die Entwicklung digitaler Bildungsmethoden bereitzustellen und bewährte Verfahren, insbesondere durch Peer-Learning zwischen den Mitgliedstaaten, auszutauschen;
  • ihre Rolle durch die Europäische Kompetenzagenda, den europäischen Bildungsraum und den neuen strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit, der ET 2020 ersetzen wird („ET 2030“), zu verdeutlichen.

Gemeinsam sollen Kommission und Mitgliedstaaten

  • die digitale Dimension von Erasmus+ und ggf. Synergien mit anderen relevanten EU-Kooperationsprogrammen effizient nutzen, um u.a. Hochschulen bei der Umsetzung ihrer Pläne für den digitalen Wandel zu unterstützen;
  • durch Erasmus+-Projekte die berufliche Entwicklung von Lehrkräften, die Entwicklung digitaler Fertigkeiten und offener Bildungsressourcen weiter unterstützen;
  • den potenziellen Beitrag, den Erasmus+ zur Verbesserung der Zugänglichkeit digitaler Bildungsinhalte und der sozialen Inklusion untersuchen;
  • das Potential der „Europäischen Hochschulen“ durch Erasmus+ und Horizont Europa für die Entwicklung der digitalen Bildung zu nutzen;
  • die Verbreitung, Nutzung und Skalierbarkeit relevanter Erasmus+-Projektergebnisse zu fördern und diese politischen Entscheidungstragenden und Bildungsfachleuten gleichermaßen zugänglich zu machen;
  • die im Rahmen der Initiative „Europäischer Studierendenausweis“ oder Europass entwickelten Verfahren, zu fördern;
  • Synergien zwischen dem europäischen Bildungs- und Forschungsraum bei der Verfolgung der Ziele für die digitale Bildung zu stärken.