Am 14. Dezember hat die Kommission ihren ersten Bericht zu einem europäischen Ansatz zu Micro-Credentials veröffentlicht, der die Ergebnisse einer Konsultationsgruppe für Micro-Credentials in der Hochschulbildung zusammenfasst und ergänzend in die Arbeit zum europäischen Bildungsraum und dem Aktionsplan für digitale Bildung einfließen soll.

Hintergrund

Grundlage für den Bericht ist die Erkenntnis, dass Micro-Credentials sowohl für Hochschulmitarbeiter*innen nützlich sein, als auch den Lehrplan für Studierende auf Bachelor-, Master- und Doktorniveau ergänzen können. Außerdem könnten Micro-Credentials zur Inklusion der Bildungssysteme beitragen, indem sie neue Lernende erreichen, einschließlich solcher mit benachteiligtem Hintergrund, wie Migrant*innen und Geflüchteten.

Während eine wachsende Zahl von Hochschuleinrichtungen, einschließlich der Europäischen Hochschulallianzen, bereits an der Entwicklung dieser „micro-credentials“ arbeiten, fehlt es an einer gemeinsamen Definition und einem gemeinsamen Ansatz für ihre Validierung und Anerkennung. Diese Lücke möchte die Europäische Kommission schließen, indem sie im Jahr 2021 einen Vorschlag für eine Ratsempfehlung vorlegt. Ziel ist es, bis 2025 alle notwendigen Maßnahmen für ihre breitere Nutzung, Übertragbarkeit und Anerkennung getroffen zu haben.

Der Bericht liefert u.a. folgende Grundlagen für das weitere Konsultationsverfahren, das im nächsten Jahr fortgesetzt und über die Hochschulbildung auf alle Bildungsbereiche ausgeweitet werden soll:

  1. Eine gemeinsame Definition für Micro-Credentials:

A micro-credential is a proof of the learning outcomes that a learner has acquired following a short, transparently-assessed learning experience. They are awarded upon the completion of short stand-alone courses (or modules) done on-site or online (or in a blended format).”

  1. Einen EU-Standard für die konstitutiven Elemente von Micro-Credentials
  2. Einen Fahrplan für die nächsten möglichen Schritte im Zeitrahmen 2020-2024 auf nationaler und EU-Ebene, in Anpassung an nationale und europäische Qualifikationsrahmen sowie zu den Bereichen Anerkennung, lebenslangem Lernen, Sicherung und Portabilität

Ein gestecktes Ziel des Fahrplans betrifft beispielsweise die Annahme der Definition und Schlüsselelementen/ Standards von Micro-Credentials für den gesamten europäischen Hochschulraum im Rahmen der Bologna-Ministerkonferenz im Jahr 2024.