Am 2. Februar hat die EU-Kommission den formalen Start des neuen EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation "Horizont Europa" (2021 bis 2027) verkündet. Für das Programm werden in den kommenden sieben Jahren ca. 95,5 Milliarden Euro (in laufenden Preisen) bereitstehen – ein Zuwachs um 30% gegenüber dem Vorgängerprogramm.

Die Verordnungen zu Horizont Europa sind noch nicht formal verabschiedet, im Dezember 2020 wurde jedoch unter deutscher Ratspräsidentschaft eine politische Einigung zu dem neuen Programm erzielt. Die Veröffentlichung der Arbeitsprogramme für die Jahre 2021/2022 und die ersten Ausschreibungen werden für das Frühjahr 2021 erwartet.

Hintergrund

"Horizont Europa" ist das neunte Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union (Programmlaufzeit: 2021-2027). Das Programm zielt darauf ab, in Europa eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen sowie gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

Im Zuge der Auftaktveranstaltung von Horizont Europa schlug die EU-Forschungskommissarin Mariya Gabriel – vor dem Hintergrund der Vision eines neuen europäischen Forschungsraums – einen Pakt für Forschung und Innovation in Europa vor, um europäische Kooperation zu verstärken und regionale, nationale und europäische Kräfte noch besser zu bündeln und aufeinander abzustimmen.

Neuerungen in Horizont Europa 2021-2027

Die Struktur von Horizont Europa ist angelehnt an den Aufbau von Horizont 2020 und ist in drei zentralen Säulen („Excellent Science“, „Global Challenges & European Industrial Competitiveness“ und „Innovative Europe“) gegliedert sowie den Teil „Widening participation and strengthening the European Research Area“. Im Rahmen der 3. Säule stellt die feste Verankerung des Europäischen Innovationsrates (EIC) – unter Horizont 2020 als Pilot getestet - eine Neuerung dar. Die Europäische Kommission verfolgt mit dem EIC das Ziel, visionäre, neue und risikoreiche Ideen aller Art mit einem nachhaltigen Veränderungspotential zu entwickeln und in den Markt einzuführen.

Ebenfalls neu sind die „Missionen“: ein förderpolitisches Konzept, bei dem Forschungs- und Innovationsmaßnahmen auf die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen bzw. die Erreichung ambitionierter, aber realistischer Ziele ausgerichtet werden. Die folgenden fünf Themen wurden für die Missionen definiert:

  • Anpassung an den Klimawandel, einschließlich gesellschaftlicher Wandel
  • Krebs
  • Gesunde Ozeane, Meere, Küsten- und Binnengewässer
  • Klimaneutrale und intelligente Städte
  • Bodengesundheit und Lebensmittel

Der Programmteil „Widening participation and strengthening the European Research Area“ wird neben bekannten Aktivitäten, die die forschungsschwächeren EU Mitgliedstaaten unterstützen, in dem zweiten Teil zur Stärkung des Europäischen Forschungsraums auch die Unterstützung für Netzwerke von Universitäten wie den Europäischen Hochschulen vorsehen.