Die Europäische Kommission hat der Assoziierung von einzelnen Regionen wie Schottland oder Wales an Erasmus+ eine Absage erteilt. In der Schweiz hingegen fordern die Hochschulen, die Verhandlungen erneut aufzunehmen.

145 Europaabgeordnete hatten im Januar die EU-Kommission in einem offenen Brief aufgefordert, eine Lösung für die Wiederaufnahme Schottlands und Wales am Erasmus+-Programm zu finden. Beide Regionen hatten die Entscheidung der Zentralregierung in London zum Austritt aus dem Programm kritisiert. EU-Kommissionspräsidenten von der Leyen hat dies in ihrer Antwort an die Abgeordneten nun jedoch abgelehnt. Schottland und Wales werden dem Studentenaustauschprogramm nur dann wieder beitreten können, wenn das gesamte Vereinigte Königreich wieder aufgenommen werde. Nach Einschätzung der EU-Kommission ist für nur eine Region eines Staates eine Assoziierung an Erasmus+ grundsätzlich ausgeschlossen. Gleichzeitig zeigt sich die EU-Kommission verhandlungsbereit, sollte das Vereinigte Königreich seine Position zu Erasmus+ nochmals überdenken.

In der Schweiz hingegen hat die Schweizer Rektorenkonferenz, Swissuniversities, den Start der neuen Erasmus+-Programmgeneration 2021-2027 zum Anlass genommen, ihre Forderung nach Wiederaufnahme der Verhandlungen mit der EU-Kommission für eine Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ zu erneuern. In ihrem Statement nimmt sie Bezug auf das bereits im März 2017 veröffentlichte Plädoyer, das die hohe Bedeutung der Vollassoziierung bei Erasmus+ für die Schweizer Hochschulen im Hinblick auf die künftige Integration der Schweiz in den europäischen Bildungsraum darstellt. Zudem werden Szenarien vorgestellt, wie die bisherige Zusammenarbeit mit der europäischen Hochschullandschaft durch die Nicht-Assoziierung erschwert werden könnte. Die Schweizer Alternativlösung (2018-2020) mit dem Swiss-European Mobility Programme (SEMP) biete laut Swissuniversities nicht genügend Beteiligungsmöglichkeiten und könne kein Ersatz für Erasmus+ sein.

Die Schweiz ist seit 2014 nicht mehr Programmland in Erasmus+, sondern hat als Drittstaat den Status eines Partnerlandes. Derzeit wird eine mögliche Assoziierung der Schweiz an die Erasmus+ Programmgeneration 2021-2027 diskutiert.

Eine Reihe weiterer Staaten, wie die EFTA-Staaten Norwegen, Island und weitere sind bisher an das Erasmus+-Programm assoziiert gewesen. Eine Neuaufnahme dieses Assoziierungsstatus wird auch für die neue Erasmus+ Programmgeneration erwartet.