Der CULT-Ausschuss des Europaparlaments hat eine Studie in Auftrag gegeben , die u.a. den Beitrag von Erasmus+ zur Bekämpfung von Rassismus analysiert und einige Handlungsempfehlungen aufstellt, die eine zukünftige Parlamentsposition hierzu informieren sollen.

Die vom CULT-Ausschuss in Auftrag gegebene Studie über die Rolle von Kultur, Bildung, Medien und Sport bei der Bekämpfung von Rassismus, kommt zu dem Schluss, dass der EU-Aktionsplan zur Bekämpfung von Rassismus 2020-2025 (Link) im Allgemeinen die Vielfalt der Abhilfemaßnahmen die in der Fachliteratur auf dem Gebiet der Rassismusbekämpfung vorgeschlagen werden, wider­spiegelt. Es gebe jedoch einen Mangel an Maßnahmen zur Messung des Beitrags zur Rassismus­bekämpfung in bestimmten EU-Programmen.

Ein Kapitel der Studie, welches sich ausschließlich mit der Rolle von Bildung im Kampf gegen Rassismus befasst, beleuchtet u.a. das Erasmus+-Programm. Obwohl Erasmus+ die gemeinsamen Werte Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung durch Bildung fördern sollte, wird bemängelt, dass es keine formellen Lenkungs­mechanismen gebe, um sicherzustellen, dass das Programm ausreichend zu diesen Werten beiträgt. So stellt die Studie fest, dass es an einer Koppelung der horizontale Programmgrundsätze an spezifische Ziele für die Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung fehle. Die Durchführungsleitlinien zur “Strategie für Integration und Vielfalt”, die u.a. für Erasmus+ gilt, bieten Mechanismen zur Förderung von Integration und Vielfalt innerhalb der Programme. Sie betrachten jedoch meist Diskriminierung als eines der Hindernisse, die die Zugäng­lichkeit zu den Programmen behindern – ohne spezifische Regelungen oder Anreize für Maßnahmen zu enthalten, die ausdrücklich auf die Bekämpfung von Diskriminierung abzielen.

Ziel der Studie ist es, den Mitgliedern des CULT-Ausschusses Fachwissen für den Initiativbericht mit gleichnamigem Titel zu vermitteln. Die Berichterstatterin Salima Yenbou (EFA/Greens, FR) will den Berichtsentwurf im Dezember vorgelegen, über den der Ausschuss im Januar abstimmen soll (Link).

Weiterführende Informationen