Am 18. Januar hat die EU-Kommission ihre Vision für die Zukunft der Hochschulen (die neue EU-Hochschulstrategie) und die Vertiefung ihrer transnationalen Zusammenarbeit in Europa (Vorschlag für eine Ratsempfehlung) präsentiert.

„A European strategy for universities“

Mit der neuen Strategie der EU sollen alle europäischen Hochschulen darin unterstützt werden, sich an die sich wandelnden Bedingungen (Klimawandel, neue Technologien, demografischer Wandel und nicht zuletzt die COVID-19-Pandemie) anzupassen, sich gut zu entwickeln und zu Europas Widerstandsfähigkeit und Erholung beizutragen.

Ziele

  1. Stärkung der europäischen Dimension von Hochschulbildung und Forschung
  2. Etablierung der Hochschulen als richtungweisende Wahrzeichen einer europäischen Lebens­weise, die auf folgenden Pfeilern beruht: (a) Qualität und Relevanz für zukunfts­sichere Kompetenzen, (b) Vielfalt und Inklusion, (c) demokratische Verfahren, Grundrechte und akademische Werte
  3. Aufwertung der Hochschulen als wichtige Akteure beim grünen und digitalen Wandel
  4. Stärkung der Hochschulen als treibende Kraft für die weltweite Führungsrolle der EU

Kerninitiativen bis Mitte 2024

  • die vollständige Umsetzung der Europäischen Hochschulinitiative (Ausweitung von 41 auf 60 Allianzen)
  • die Ausarbeitung eines rechtlichen Statuts für Hochschulallianzen 
  • das Hinarbeiten auf einen europäischen Hochschulabschluss
  • die Ausweitung der Europäischer Studierendenausweis-Initiative (Einführung eines einheitlichen „European Student Identifier“ bis Ende 2022 für alle mobilen Studierenden, bis Mitte 2024 für alle Studierenden an europäischen Hochschulen; erfordert Arbeit an gemeinsamen interoperablen, digitalen Infrastrukturen und Lösungen)
  • die Weiterentwicklung eines europäisches Qualitätssicherungs- und Anerkennungssystems für gemeinsame Studienprogramme auf allen akademischen Ebenen

Grundsätzlich wird erwartet, dass die von der EU geförderten Europäischen Hochschulen die Um­setzung dieser Maßnahmen entscheidend und in Synergie mit der Neuausrichtung des Euro­päischen Forschungsraums und der dazugehörigen Policy Agenda vorantreiben werden.

Die Förderung für die Maßnahmen der Strategie soll über Erasmus+ hinaus durch andere EU-Programme wie Horizont Europa, Digitales Europa, den NextGenerationEU-Wiederaufbaufonds, aber auch durch nationale und regionale Programme erfolgen.

Der DAAD und die Außenstelle haben sich aktiv bei der Entwicklung der Strategie eingebracht und u.a. Input im Rahmen der öffentlichen Konsultation eingereicht.

„Building bridges for effective European higher education cooperation”

Der Vorschlag der Kommission für die Ratsempfehlung zielt auf ein klares Bekenntnis der Mitglied­staaten zu den vorgesehenen Maßnahmen ab. So soll eine solide politische Grundlage geschaffen werden, um die europäischen Hochschuleinrichtungen in die Lage zu versetzen, enger und intensiver zusammenzuarbeiten. Ein Schlüsselelement betrifft hierbei das Engagement der Mitgliedstaaten für eine ergänzende, finanzielle Förderung der Hochschulnetzwerke auf nationaler Ebene. Geplant ist eine Verabschiedung der Empfehlung beim Bildungsrat Anfang April.