Hier finden Sie die neuesten Publikationen der EU-Institutionen und internationalen Organisationen zu Bildung und Forschung im EU-Kontext.

Education and Training Monitor 2018

Am 16. Oktober 2018 wurde vom Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Tibor Navracsics, der „Education and Training Monitor 2018“ vorgestellt und veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um einen Jahresbericht über allgemeine und berufliche Bildung 2018 der EU-Kommission. Neben einem Ländervergleich findet sich auch zu jedem der Mitgliedsstaaten ein Länderbericht. Aus jenem zu Deutschland geht hervor, dass die Zahl der Personen, die im Alter von 30-34 einen Hochschulabschluss besitzen, gestiegen ist: von 31,4% im Jahr 2014 sind es drei Jahre später 34%, was jedoch weiterhin unter dem EU-Durchschnitt von 39,9% liegt. Auch bei der Investition in Bildung im Jahr 2016 liegt Deutschland mit 4,2% des BIP unterhalb des EU-Durchschnitts von 4,7%.

Einen Auslandsaufenthalt im Rahmen von Erasmus haben im Jahr 2016 12,8% der deutschen Studierenden absolviert. Hierfür waren die beliebtesten Zielländer Frankreich, Großbritannien und Spanien. Deutschland ist und bleibt für ausländische Studierende attraktiv und belegt damit nach Großbritannien und Frankreich Platz drei der Länder, die ausländische Studierende empfangen. Platz eins aller Länder der EU wird Deutschland im Bereich der Mobilität von Studierenden in andere Länder zugesprochen. Lediglich 27% der in Deutschland lebenden Studierenden haben Eltern ohne einen Hochschulabschluss, was nach Dänemark der vorletzte Platz im EU-Vergleich ist. Als Grund hierfür werden unter Berufung auf Studien zu diesem Thema mitunter selektive Prozesse in früheren Phasen von Bildungsbiographien genannt.

Eurydice: Die Struktur der Europäischen Bildungssysteme 2018/19

Der Eurydice-Bericht “The Structure of the European Education Systems 2018/19: Schematic Diagrams” informiert zu den Strukturen der allgemeinen Bildung in Europäischen Ländern von der Vorschul- bis zur Hochschulbildung für das Schul- und akademische Jahr 2018/19. Der Bericht umfasst nationale, schematische Darstellungen, einen Leitfaden sowie eine Übersichtskarte, die die wesentlichen Organisationsmodelle der Pflichtschulbildung aufzeigt. Die Informationen sind für 43 europäische Bildungssysteme in 38 Ländern verfügbar, die an dem Erasmus+-Programm teilnehmen.

Europäische Kommission präsentiert Bilanzpapier zu Horizont 2020

Die Europäische Kommission legt in einem kompakten Überblick (Monitoring Flash) Zahlen und Entwicklungen zur ersten Hälfte der Laufzeit von Horizont 2020 vor und vergleicht diese mit dem Vorgängerprogramm, dem 7. Forschungsrahmenprogramm (FP 7). Anschließend folgt ein Ausblick auf die neuen Schwerpunkte und Leitideen des Programmvorschlags für das Nachfolgeprogramm "Horizont Europa", die auf diesen Erfahrungen aufbauen.

Seit dem Programmstart im Jahr 2014 wurden mehr als 19.000 Projekte mit über 88.000 Projektpartnern gefördert. Dafür wurden rund 33 Milliarden Euro aufgewendet. Derzeit sind über 27.000 Einrichtungen in Horizont 2020 aktiv.

Die Beteiligung hat in allen EU-Mitgliedstaaten zugenommen, wobei die Nachfrage mit 530.000 Förderanträgen im Jahresdurchschnitt mehr als doppelt so hoch liegt wie in FP7. Untersucht wird u.a. auch der Zusammenhang zwischen nationaler und EU-Förderung, die internationale Kooperation sowie die Beteiligungsrate der EU 13-Länder. Dort stellt die Kommission fest, dass strukturelle Probleme bestehen bleiben, obwohl sowohl die Zahl der Anträge als auch die Zahl der bewilligten Projekte leicht gestiegen ist. Vorschläge, wie weitere Verbesserungen für diese Mitgliedstaaten erreicht werden können, macht die Kommission in einer anderen Studie (siehe unten stehender Artikel).

Europäische Kommission untersucht EU 13-Beteiligung an Horizont 2020

Die Studie analysiert die Beteiligungsmuster in Horizont 2020 sowie die Gründe für die niedrige Beteiligung von ausgewählten Mitgliedstaaten (und assoziierten Ländern). Schlüsselbefunde sind der enge Zusammenhang zwischen Unterfinanzierung nationaler Forschungs- und Innovationsförderung mit schlechtem Abschneiden beim Rahmenprogramm sowie Barrieren beim Zugang zu existierenden Netzwerken und Verbünden von forschungsstarken Ländern.

Die Autoren sprechen Empfehlungen für eine Verbesserung der Mitwirkung der EU-13 aus, darunter:

  • Enge Zusammenarbeit mit den betroffenen Ländern, um mehr Investitionen in F&I zu erreichen und Reformprozesse zu unterstützen und zu begleiten
  • Gute Beispiele stärker sichtbar machen und Netzwerkbildung mit anderen Akteuren und Plattformen ermöglichen
  • „Widening“ muss ein Querschnittthema für alle Aktionslinien des Rahmenprogramms werden
  • Anträge, die Infrastrukturen und Material aus den EU 13 einbeziehen, sollen Pluspunkte bei der Bewertung erhalten
  • Vereinfachung der Bewerbungsprozeduren durch erhebliche Reduzierung der Länge der Anträge (auf 20 Seiten, die sich auf wesentliche Punkte konzentrieren)
  • Zur Studie der Europäischen Kommission

EUA Trendsreport 2018: Lernen und Lehre im Europäischen Hochschulraum

Der Bericht des Europäischen Universitätsverbands EUA “Trends 2018” untersucht die Entwicklungen im Lernen und Lehren an Europäischen Hochschulen im Kontext sich verändernder Herausforderungen, technischen und sozialen Wandels sowie europäischer und nationalen Politiken und Reformen. Dieses Hauptgutachten der EUA umfasst Daten aus über 300 Hochschuleinrichtungen in 48 Europäischen Ländern und folgt der zentralen Erkenntnis, dass die Kooperation zwischen Hochschuleinrichtungen einen großen Mehrwert für die Entwicklung auf dem Gebiet Lernen und Lehre habe.