Wie wird das Erasmus Programm ab 2021 aussehen? 60 VertreterInnen deutscher Hochschulen diskutierten am 13./14. Dezember in Brüssel mit der Europäischen Kommission, der Ständigen Vertretung Deutschlands und dem Europäischen Parlament zu der Ausgestaltung der neuen EU-Programm-generation. Neben dem Erasmus-Programm wurde auch über das zukünftige EU-Forschungsprogramm Horizont Europa und seinen Synergien zu Erasmus debattiert.

Am 30. Mai hatte die Europäische Kommission ihren Vorschlag für das zukünftige Erasmus-Programm vorgelegt. Eine Verdoppelung des Budgets auf 30 Mrd. Euro, verbesserte Inklusion und interessante neue Maßnahmen für den Hochschul-bereich, wie die Förderung der Europäischen Hochschulen, die Einführung des Europäischen Studierendenausweises, digitale Formate und die bessere Einbeziehung der Generation Erasmus, sind in dem Kommissionsvorschlag vorgesehen. Dieser Vorschlag muss jedoch vor seinem Start im Jahr 2021 von den weiteren EU-Institutionen – dem Rat (als Vertretung der EU-Mitgliedstaaten) und dem Europäischen Parlament – verabschiedet werden. Sie entscheiden, ob das Programm in seiner vorliegenden Form oder mit maßgeblichen Änderungen umgesetzt wird. Nur einige Wochen vor dem Seminar hatten sich die beiden EU-Institutionen zu dem Kommissionsvorschlag positioniert.

Grundsätzlich begrüßten die Vertreter von Rat und Parlament gegenüber den Seminar-teilnehmerInnen den Ansatz des neuen Programms „Keine Revolution, sondern Evolution“. Jedoch sei der Vorschlag für die Verordnung Erasmus sehr allgemein gehalten. Beide Institutionen fordern bei so wichtigen neuen Förderlinien, wie z.B. den Europäischen Hochschulen, auch zukünftig Mitsprache und Entscheidung.

Für die HochschulvertreterInnen bot das Seminar die Möglichkeit, der Europäischen Kommission Empfehlungen für die Ausgestaltung der neuen Förderlinien und Ziele für den Hochschulbereich mit auf den Weg zu geben. Um z.B. eine stärkere Inklusion im Hochschulbereich zu erreichen, forderten die Hochschulvertreter flexiblere Mobilitätsformate, wie z.B. einwöchige Intensivseminare, die Stärkung des Inklusionsaspekts in der Erasmus Hochschul-Charta, verbunden mit einer Honorierung von Institutionen, die sich hier besonders engagieren, sowie die Einbindung von Botschaftern /Alumni, um die Bedürfnisse bisher unter repräsentierter Gruppen im Programm zu gestalten.

Das Seminar wurde von der DAAD Außenstelle Brüssel, der Nationalen Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD und dem Referat Bildung und Forschung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU ausgerichtet. Für den Blick „über den Tellerrand“ informierte unser Partner Kowi (Kooperationsstelle EU der Wissenschafts-organisationen) über die Planungen für das zukünftige EU-Forschungsrahmenprogramm.