Am 1. Juli übernimmt Deutschland für sechs Monate bis 31. Dezember 2020 die rotierende Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union. Wir informieren Sie hier über die neuesten Entwicklungen im Rahmen der Ratspräsidentschaft, die für den Hochschulbereich relevant sind.

Die deutsche Bundesregierung hat am 24. Juni ihr Arbeitsprogramm für die EU-Ratspräsidentschaft unter dem Motto "Gemeinsam. Europa wieder stark machen." veröffentlicht. Dieses Mandat spiegelt sich auch im Logo der Präsidentschaft wider: das Möbiusband - ein starkes Band als Symbol für ein vereintes Europa.

Prioritäten des Arbeitsprogramms

  • Überwindung der Corona-Krise sowie wirtschaftliche und soziale Erholung
  • Abschluss der Verhandlungen über den EU-Haushalt
  • Verhandlungen über die künftige Beziehung zum Vereinigten Königreich
  • Weitere Themen wie der European Green Deal, die Digitalisierung, ein Neubeginn für die Migrations- und Asylpolitik der EU, die Stärkung von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Sicherheit sowie die Rolle der EU in der Welt

Zum Arbeitsprogramm

In den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation wird sich die Präsidentschaft darauf konzentrieren, die Corona-Krise zu überwinden, zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen und sich mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung und den damit verbundenen Veränderungen in der Bildungs- und Arbeitswelt auseinanderzusetzen. Zudem sollen erste Umsetzungsmaßnahmen für einen Europäischen Bildungs- und Forschungsraum auf den Weg gebracht werden.
Zur Webseite des BMBF

Download: Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für Bildung, Forschung und Innovation (pdf, 232,00 KB)

Die offizielle Website "eu2020.de" informiert über die wichtigsten Themen, Programm und Veranstaltungen während der Ratspräsidentschaft und ist auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar. Sie bietet auch einen regelmäßig aktualisierten Online-Kalender, der alle politischen und kulturellen Veranstaltungen im Rahmen der Präsidentschaft darstellt.

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft markiert auch den Beginn einer neuen sogenannten "Trio-Präsidentschaft" zusammen mit Portugal und Slowenien, die nach Deutschland den Vorsitz übernehmen werden. Zur Pressemitteilung

Bildung und Forschung im Achtzehnmonats-Programm des Trios

Ziel des Programms ist die Stärkung der Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit der europäischen Bildungs- und Forschungssysteme.

Priorität hat die rechtzeitige Annahme der Legislativvorschläge zu den EU-Programmen Horizont Europa und Erasmus+ (inklusive einer Neufassung der Verordnung über das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) und des Beschlusses über die Strategische Innovationsagenda des EIT für den Zeitraum 2021-2027).

Weitere wichtige Themen und Planungen sind:

  • Investitionen in Forschung, Innovation und Kompetenzen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Anpassung der Wissenschafts-, Forschungs- und Innovationspolitik und Förderung der technologischen Autonomie der Union
  • Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums
  • Weiterentwicklung des Europäischen Bildungsraums
  • Förderung der Investitionen in digitale Kompetenzen und Bildung, einschließlich Künstlichen Intelligenz, und Aktualisierung des Aktionsplans für Digitale Bildung
  • Aktualisierung der Europäischen Kompetenzagenda
  • Aktionsplan für Integration und Inklusion, einschließlich Zugang zu digitaler Bildung
  • Strategischer Rahmen für die Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung

Zum Originaltext des Achtzehnmonatsprogramms

Fahnen mit dem DAAD-Logo vor der Außenfassade der Zentrale in Bonn.Am 24. Juni trug der DAAD der deutschen Bundesregierung seine Erwartungen an die Präsidentschaft vor, welche die Weichen für die Stärkung von Bildung und Wissen-schaft in der EU stellen soll. Die zentralen Punkte des DAAD sind die Priorisierung der Rolle von Bildung und Forschung in den laufenden Brexit-Verhandlungen, die Verteidigung und Stärkung der akademischen Freiheit sowie eine ausreichende Finanzierung des Erasmus+ Programms, einschließlich der Finanzierung neuer Initiativen wie der Europäischen Hochschulen.
Zur Pressemitteilung

Die DAAD-Außenstelle Brüssel und die Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KoWi), mit Unterstützung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland zur EU, haben am 3. Juni ein digitales Morgencafé zu den Prioritäten der deutschen Rats-präsidentschaft in Bildung und Forschung veranstaltet. Zur Veranstaltungsseite (auf EN)

Höhepunkte des DAAD-Programms unter der deutschen Ratspräsidentschaft

  • 1. Oktober: "Europa gestalten - Europa stärken: Ideen für Europa" hybride Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Bundesaußenminister Heiko Maas mit DAAD-Alumni aus allen EU-Ländern in Berlin bzw. online. Im Vorfeld der Veranstaltung findet ein Videowettbewerb unter dem Motto „Eine Idee für Europa“ statt.
    Zur Veranstaltungsseite
  • 5.-6. Oktober „Moving target digitalisation: re-thinking global exchange in higher education“ virtuelle Konferenz mit rund 300 internationalen ExpertInnen zu den Herausforderungen der Hochschulinternationalisierung im Licht der digitalen Transformation - unter dem Hashtag #MovingTarget2020. Zudem gib es einen Aufruf zu Konferenzbeiträgen. Zur Veranstaltungsseite
  • 12.-13. November: "#DigiEduHack - Together we redefine learning"
    ein weltweiter On- und Offline Hackathon zu innovativen Lösungen rund um aktuelle Herausforderungen der digitalen Bildung, der auf der Initiative des EIT im Rahmen des Aktionsplans für digitale Bildung der Europäischen Kommission basiert. Die Hauptveranstaltung in 2020 findet unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in Berlin statt -  organsiert vom DAAD, dem HFD und der TU Berlin und finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Zur Veranstaltungsseite