"Investieren in Menschen, Wohlstand und in Frieden" lautet das offizielle Motto des vierten EU-Afrika-Gipfels am 2./3. April in Brüssel. Hierzu gehört, nach Auffassung des DAAD, auch die Modernisierung der Hochschulbildung in Afrika, denn ohne diese ist eine nachhaltige Entwicklung des Kontinents nicht denkbar.

Der DAAD lud seine afrikanischen und europäischen Partner ein, hierüber im Vorfeld des Gipfels, am 28. März an der DAAD Außenstelle Brüssel zu diskutieren.

Qualitativ hochwertige Hochschulbildung – eine Grundvoraussetzung für Afrikas Entwicklung? „Selbstverständlich!“, so der Gastredner Goolam Mohamedbhai, ehemaliger Rektor der Universität Mauritius und ehemaliger Generalsekretär der Association of African Universities. Es sei ein Paradox, dass Afrika insbesondere im Bereich der Ingenieurswissenschaften viele hochqualifizierte Arbeitsplätze anzubieten habe, diese jedoch nicht mit einheimischen Absolventen füllen könne, da die Studierenden einfach zu wenig Praxiserfahrung und technisches Wissen mitbrächten. Darüber hinaus müsse die Lehre didaktisch weiterentwickelt werden. Vielen Professoren und Dozenten fehle es hier an pädagogischer Kompetenz. Sein Fazit: Wir müssen mehr für die Qualität der afrikanischen Hochschulbildung tun. Ohne diese, ist eine nachhaltige Entwicklung des afrikanischen Kontinents nicht denkbar.

Die DAAD-Afrika-Strategie
Hieran arbeitet auch der DAAD. In einer im Werden begriffenen Afrika-Strategie will DAAD seine Aktivitäten bündeln und an, mit den afrikanischen Partnern gemeinsam gesetzten, Leitlinien ausrichten. Helmut Blumbach, Leiter der Abteilung Süd und Michael Hörig, Leiter des zuständigen Afrika-Referats im DAAD stellten die Grundzüge dieser Strategie vor. Hierin wird erörtert, wie in Zukunft Hochschulkooperationen mit Afrika zu gestalten sei.

Eine zentrale Frage dabei ist, woher man die vielen qualifizierten Lehrkräfte nehmen solle, um den dynamischen Entwicklungen im Bildungsbereich folgen zu können. Bereits in den letzten vier Jahrzehnten stieg die Anzahl der Studenten von 200.000 auf 4.5 Millionen! Aus diesem Grund will sich der DAAD auf die Ausbildung von Hochschullehrern konzentrieren. Des Weiteren müsse die interinstitutionelle Kooperation zwischen deutschen und afrikanischen Hochschuleinrichtungen gestärkt werden. Dies könne beispielsweise durch Doppelabschlussprogramme erreicht werden.

Der DAAD, als Einrichtung deutscher Hochschulen, wird verstärkt und gezielt Werbung für die Zusammenarbeit mit afrikanischen Fakultäten machen und das Potenzial, das diese Kooperation für die deutschen Universitäten bereithält, noch besser darstellen. Professor Mohamedbhais Ruf nach verstärkter Qualitätssicherung an afrikanischen Hochschulen kommt dem DAAD mit dem Programm DIES entgegen (zur DIES-Website des DAAD).

Die DIES Aktivitäten im Bereich Qualitätssicherung und Managementtraining sind in Kooperation mit den zuständigen nationalen und regionalen Akteuren gerade von Ostafrika auf Westafrika ausgeweitet worden. Die insgesamt fast 60 afrikanischen und europäischen Teilnehmer bestätigten in der anschließenden Diskussionsrunde die genannten Herausforderungen und unterstützten die Aussage, dass der Fokus vor allem auf dem Training und der Weiterbildung des Lehr- und Verwaltungspersonals der afrikanischen Hochschulen liegen solle.

Hoffnung äußerten alle Vertreter im Raum, dass der EU-Afrika Gipfel auch das Thema Hochschulkooperation aufgreifen möge, um damit eine Grundlage für gemeinsam afrikanisch-europäisches Handeln zu legen.