EU-Parlament: Interparlamentarisches Ausschusstreffen (ICM) zu Erasmus+, Europäischem Solidaritätskorps und Kreatives Europa

Der CULT-Ausschuss des EU-Parlaments veranstaltete am 3. Juni 2026 gemeinsam mit der Direktion für Beziehungen zu den nationalen Parlamenten ein Interparlamentarisches Ausschusstreffen (ICM) zu den Programmen Erasmus+, Europäisches Solidaritätskorps und Kreatives Europa. Ziel war der Austausch von Erfahrungen zur laufenden Programmgeneration sowie die Diskussion der künftigen Programme 2028–2034 (Erasmus+ und AgoraEU). Im Fokus stand die Einbindung nationaler Parlamente und die Einholung ihrer Positionen zu den Programmen. Für den Bundesrat nahmen Rainer Robra (CDU/EVP) und Henrike Franz teil.

Der Erasmus+-Berichterstatter des CULT-Ausschusses, Hélder Sousa Silva, hob hervor, dass das Europäische Parlament im Rahmen seiner Position zum nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) zusätzliche Haushaltsmittel vorgesehen und Erasmus+ sowie AgoraEU über die allgemeine Mittelerhöhung von 10 % hinaus priorisiert habe. Dies sei ein deutliches Signal, dass Bildung, Kultur, Jugend, Sport und Medien künftig als strategische Investitionen und zentrale EU-Prioritäten betrachtet werden. Angesichts der erweiterten Programmziele seien jedoch zusätzliche Finanzierungsquellen und stärkere Synergien mit anderen EU-Programmen erforderlich. 

Sousa Silva verwies zudem auf umfangreiche Konsultationen mit mehr als 150 Organisationen im Vorfeld der Ausarbeitung des Berichts und forderte die nationalen Abgeordneten auf, sich in ihren Kontakten mit den nationalen Ministerien, die auf Seiten des Rates der EU an den Verhandlungen beteiligt sind, für eine ausreichende Finanzierung von Erasmus+ sowie für die Nutzung von Synergien mit anderen Programmen einzusetzen.

Für die zyprische Ratspräsidentschaft erklärte Kika Kattami, dass der Rat am 12. Mai eine teilweise allgemeine Ausrichtung für die Verhandlungen mit dem Parlament beschlossen habe und weitere Investitionen in Menschen, Innovation und lebenslanges Lernen unterstütze. 

Diana Jablonska (GD EAC) griff die Diskussion auf und verteidigte insbesondere die neu vorgesehenen Stipendien in strategischen Bereichen als Instrument zur Bindung europäischer Talente und zur Förderung von Studierenden, die sich ein Studium sonst nicht leisten könnten. Gleichzeitig betonte sie die Notwendigkeit eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen diesen Stipendien und der klassischen Mobilitätsförderung. 

Links zu weiterführenden Informationen

Der CULT-Bericht zum ICM, der CULT-Programmentwurf zum nächsten Erasmus+-Programm sowie Hintergrunddokumente sind unter folgendem Link verfügbarCULT – Culture and Education | ICMs | Relations with National Parliaments | European Parliament 

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