Bildungsmonitor 2025: Deutschland MINT-Spitzenreiter und Magnet für internationale Studierende
Ein besonderer Schwerpunkt der Ausgabe 2025 liegt auf der MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Mit einem Anteil von 35,5 % MINT-Studierenden erzielte Deutschland 2023 den Spitzenwert in der EU und hat das EU-Ziel von 32 % bis 2030 bereits überschritten. 2023 graduierten 249.340 internationale Studierende aus Nicht-EU-Ländern in der EU, ein Anstieg von 18,2 % seit 2020, vor allem bei Bachelor- (+20,5 %) und Masterstudiengängen (+21 %). Davon entfielen 19,0 % auf Deutschland. Besonders hoch ist der Wert für Deutschland beim Anteil der Graduierten aus Indien (37,6 %). Auch Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus den USA und China entschieden sich überdurchschnittlich häufig für ein Studium in Deutschland. Relativ zur Gesamtzahl der Hochschulgraduierten führen Luxemburg, Malta und Estland den EU-Vergleich an, mit einem Anteil von jeweils über 10 % der in 2023 Graduierenden aus Nicht-EU-Ländern.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
Anteil der MINT-Studierenden im Ländervergleich
Der Anteil der MINT-Studierenden reicht in der EU von 13,9 % in Malta bis 35,5 % in Deutschland. Deutschland, Finnland (35,3 %) und Griechenland (33,7 %) haben den EU-Zielwert bereits erreicht, während 12 Mitgliedstaaten noch unter 25 % liegen. EU-weit studieren über die Hälfte aller MINT-Studierenden Ingenieurwesen, Fertigung und Bauwesen, etwa jede bzw. jeder vierte studiert Naturwissenschaften, Mathematik oder Statistik. Jeder bzw. jede fünfte studiert IKT, mit großen Unterschieden zwischen den Ländern; der Anteil variiert von 8,8 % in Italien bis zu 37,7 % in Luxemburg.
Auslandsmobilität in der EU
Zwischen 2020 und 2023 sank die EU-weite Auslandsmobilitätsquote auf 11 % (darunter 4,4 % für den Erwerb eines Studienabschlusses und 6,6 % für eine Credit-Mobilität) der rund 4 Millionen Hochschulgraduierten, weit unter dem EU-Ziel von 23 % für 2030. Laut EU-Kommission könnten Datenbeschränkungen die tatsächlichen Fortschritte unterschätzen.
Die Mobilität variiert stark zwischen den Ländern: Luxemburg (80,7 %) und Zypern (27,8 %) erreichen das EU-Ziel, Deutschland liegt bei 9,8 % (Link), Polen, Italien und Slowenien unter 5 %. Höhere Bildungsabschlüsse gehen mit höherer Mobilität einher, von 3,3 % bei Kurzstudiengängen, 9,7 % im Bachelor, 14,9 % im Master bis 18,8 % auf Promotionsebene.
Credit-Mobilität erfolgt meist über EU-Programme wie Erasmus+, doch 46 % der kurzen Studienaufenthalte oder Praktika werden auch unabhängig organisiert; in einigen Ländern (Lettland, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Zypern) sind EU-Programme nahezu die einzige Option (>97 %).
Internationale Studierende aus Nicht-EU-Ländern in der EU
2023 studierten 249.340 internationale Studierende aus Nicht-EU-Ländern in der EU, ein Anstieg von 18,2 % seit 2020, vor allem bei Bachelor- (+20,5 %) und Masterstudiengängen (+21 %). Die drei größten Zielländer – Frankreich (32,3 %), Deutschland (19 %) und Spanien (7,5 %) – ziehen zusammen 58,7 % aller Studierenden an; Frankreich allein 32,3 %, Deutschland 19,0 % und Spanien 7,5 %. Polen und Italien liegen bei jeweils etwa 6 %, die Niederlande und Irland bei rund 4 %, während alle übrigen EU-Staaten jeweils weniger als 3 % anziehen.
Asien ist mit 37,3 % die wichtigste Herkunftsregion – angeführt von China (11,1 %) und Indien (7,7 %) – gefolgt von Afrika (26,3 %). Die meisten Studierenden aus Afrika (70,9 %) entscheiden sich für einen Abschluss in Frankreich. Frankreich und Deutschland sind zudem die wichtigsten Zielländer für Studierende aus China (32,6 % bzw. 27,5 %), während indische Studierende vor allem in Deutschland (37,6 %), Irland (14,4 %) und Frankreich (13,1 %) ihren Abschluss erwerben. Weitere bedeutende Herkunftsländer sind die Ukraine (4,6 %) und die USA (2,8 %), wobei die Hälfte der ukrainischen Studierenden in Polen studiert und die Hälfte der Studierenden aus den Vereinigten Staaten sich auf Deutschland (19,8 %), Irland (15,1 %) und Frankreich (15,6 %) verteilt. Weitere Herkunftsländer des amerikanischen Kontinents machen 13,6 % aus, wobei knapp die Hälfte dieser Gruppe ihren Abschluss in Spanien (37,4 %) oder Frankreich (19,5 %) erwirbt.
Relativ zur Gesamtzahl ihrer Hochschulgraduierten führen Luxemburg (189,2), Malta (143,2) und Estland (107,5) im EU-Vergleich, mit über 100 Nicht-EU-Graduierten pro 1 000 Hochschulgraduierten. Am unteren Ende liegen Italien (27,6), Kroatien (22,7) und Griechenland (3,0). Auf EU-Ebene stieg der Wert auf EU-Ebene von 49,8 im Jahr 2020 auf 57,1 im Jahr 2023, wobei fast alle Mitgliedstaaten ein Wachstum verzeichneten, das jedoch unterschiedlich stark ausfiel.
Strategien zur Gewinnung internationaler Studierender
Die EU-Länder verfolgen unterschiedliche Strategien, um mehr internationale Studierende zu gewinnen. Für Deutschland wird erwähnt, dass die Visa- und Zugangsvoraussetzungen gelockert und die Anerkennung von Qualifikationen verbessert wurden, und dass Sprachkurse, Wohnungsunterstützung und Beratung angeboten werden. Estland passt Lehrpläne an und startet Werbekampagnen, während die Slowakei ihre Universitäten zunehmend für ausländische Studierende öffnet. Griechenland richtet Zentren für akademische und administrative Unterstützung ein, und in Zypern dürfen nun zwei öffentliche Universitäten Bachelor-Studiengänge in Fremdsprachen anbieten, allerdings gegen Studiengebühren.
Länderbericht Deutschland
Laut Länderbericht Deutschland ist die Quote der Hochschulgraduierten unter den 25- bis 34-Jährigen zwischen 2015 und 2024 um 10,3% gestiegen. Mit 39,9% ist der Anteil im EU-Vergleich unterdurchschnittlich (EU-weit: 44,1%), was unter anderem mit der Stärke des dualen Berufsbildungssystems in Deutschland begründet wird. Das EU-Ziel liegt bei 45% bis 2030. Der geschlechtsspezifische Unterschied liegt bei 5,6% zugunsten von Frauen (EU-weit: 11,2%). 2024 war jeder sechste Hochschulabschluss unter den 25- bis 30-Jährigen berufsorientiert. Der Bericht befasst sich ferner mit den Entwicklungen im Bereich der Internationalisierung, insbesondere dem steigenden Anteil internationaler Studierender unter den Hochschulgraduierten in Deutschland sowie dem Anteil der Hochschulgraduierten in Deutschland, die an einer Lernmobilität teilgenommen haben; mit Verweis auf Quellen des DAAD, IW, Eurostat und die UOE-Datenerhebung.