ACA-EAIE-Bericht analysiert nationale Internationalisierungsstrategien im EHEA

Der im November veröffentlichte Bericht der Academic Cooperation Association (ACA) und der European Association for International Education (EAIE) gibt einen kompakten Überblick über nationale Strategien und politische Rahmenbedingungen für die Internationalisierung der Hochschulbildung im Europäischen Hochschulraum (EHEA).

Kapitel 1 des Berichts ordnet die nationalen Strategien in einen historischen Kontext ein, Kapitel 2 beschreibt die länderspezifischen Strategien und politischen Rahmenbedingungen, und Kapitel 3 reflektiert aktuelle Trends sowie künftige Herausforderungen und Chancen für die Internationalisierung auf Basis von Forschung und Interviews mit Expertinnen und Experten.

Der Bericht verdeutlicht, dass lediglich 13 der 47 untersuchten Hochschulsysteme 2025 eine Internationalisierungsstrategie haben, viele Länder aber auch über andere politische Kanäle und institutionelle Initiativen Erfolge erzielen. Es wird deutlich, dass die aktuellen Strategien über frühere Ansätze hinausgehen und neue Elemente wie virtuelle oder hybride Mobilität, eine klare Unterscheidung zwischen bilateraler und multilateraler Kooperation sowie eine stärkere Wirkungsausrichtung enthalten. Inklusion und Gleichberechtigung werden in den Strategien aktiv adressiert, ferner gewinnen sowohl lokale/regional ausgerichtete Kooperationen als auch die Rekrutierung von Studierenden weltweit an Bedeutung. Der Bologna-Prozess, Erasmus+ und die European University Alliances werden ebenfalls als wichtige Unterstützung für die Internationalisierung wahrgenommen. Traditionelle Hindernisse bestehen hingegen weiterhin, etwa Visa-Bestimmungen und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Studienleistungen.

In Deutschland, Frankreich, Norwegen, Schweden, den Niederlanden und Finnland wurden nationale Leitlinien für eine verantwortungsvolle Internationalisierung, spezifische Strategien und/oder nationale Strukturen entwickelt, um Hochschulen bei der Gestaltung internationaler Partnerschaften im Rahmen ihrer institutionellen Autonomie zu unterstützen und sie häufig auch beratend zu begleiten.

Mit Blick in die Zukunft konstatiert der Bericht, dass nationale strategische Ausrichtung von Internationalisierungsmaßnahmen in einer durch geopolitische Veränderungen geprägten Hochschullandschaft weiterhin als entscheidend angesehen wird, insbesondere in Ländern mit politisch oder gesellschaftlich komplexem Umfeld, da sie die Legitimität und Durchsetzung von Internationalisierungsmaßnahmen stärkt. Es wird vermutet, dass zukünftige Strategien zur Internationalisierung der Hochschulbildung adaptiver, inklusiver und stärker evidenzbasiert sein werden, um flexibel auf Unsicherheiten und Krisen reagieren zu können. Wichtige Schwerpunkte liegen dabei darauf, die konkreten Auswirkungen internationaler Bildung auf allen Ebenen nachzuweisen und die Diskussion über Internationalisierung über den Hochschulsektor hinaus auszuweiten.

Es wird empfohlen, dass neue Strategiedokumente zunehmend eine weite Vision vermitteln werden und die Kernwerte der Internationalisierung betonen, statt sich ausschließlich auf operative Details zu konzentrieren. Auf diese Weise soll die künftige Politik die langfristige Unterstützung und angemessene Ressourcen sichern, die der Sektor benötigt.

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