Europäischer Hochschulsektor fordert ein höheres Budget für Erasmus+

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In einer kürzlich veröffentlichten gemeinsamen Erklärung fordert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) gemeinsam mit führenden europäischen Hochschulverbänden und -netzwerken die EU-Mitgliedstaaten, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission auf, im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union (2028–2034) mindestens 60 Milliarden Euro für Erasmus+ bereitzustellen. Gemeinsam betonen sie, dass ambitionierte Investitionen in Erasmus+ für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und den Wohlstand Europas von entscheidender Bedeutung sind.  

Erasmus+ als strategische Investition

Seit fast 40 Jahren ist Erasmus+ eines der erfolgreichsten und sichtbarsten Programme der Europäischen Union. Es hat Millionen von Lernenden gestärkt, die Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen gefestigt und zu einer tieferen europäischen Integration und einem stärkeren globalen Engagement beigetragen.

In Zeiten erhöhter geopolitischer Spannungen liefert Erasmus+ langfristige Erträge in den Bereichen Kompetenzentwicklung, Beschäftigungsfähigkeit, Innovationsfähigkeit und bürgerschaftliches Engagement. Das Programm trägt direkt zur Entwicklung einer hochqualifizierten, mobilen und anpassungsfähigen Erwerbsbevölkerung bei, stärkt die Wissensbasis Europas und unterstützt den sozialen Zusammenhalt und die demokratische Widerstandsfähigkeit in ganz Europa.

Warum 40,8 Milliarden Euro nicht ausreichen

Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Haushalt von 40,8 Milliarden Euro für Erasmus+ für den Zeitraum 2028–2034 würdigt zwar die Bedeutung des Programms, würde aber unter Berücksichtigung der Inflation, steigender Kosten und zusätzlicher Aufgaben kaum ausreichen, um das derzeitige Aktivitätsniveau aufrechtzuerhalten.

Dies würde nur begrenzten Spielraum lassen, um wichtige politische Prioritäten umzusetzen, darunter die in der Empfehlung des Rates „Europa in Bewegung“ festgelegten Mobilitätsziele, die Konsolidierung der Initiative „Europäische Universitäten“ und der Zentren für berufliche Exzellenz, eine stärkere Einbeziehung von Lernenden mit geringeren Chancen und neue Maßnahmen wie Stipendien in strategischen Bereichen.

Forderung nach einem ambitionierten Erasmus

Erasmus+ ist eines der kosteneffizientesten Instrumente der EU und bringt langfristige Vorteile in verschiedenen Politikbereichen, von Bildung und Kompetenzen bis hin zu Innovation, Zusammenhalt und globalem Engagement. Mit einer Mittelzuweisung von mindestens 60 Milliarden Euro könnte das Programm die vereinbarten Ziele ohne Qualitätseinbußen erreichen, den Zugang zu hochwertiger Mobilität und Zusammenarbeit erweitern, auf demografische und arbeitsmarktpolitische Erfordernisse reagieren und die geopolitischen Prioritäten Europas unterstützen.

Die gemeinsame Erklärung wurde von einer breiten Koalition von Organisationen unterzeichnet, die die Vielfalt der europäischen Hochschullandschaft repräsentieren, darunter CESAER, die Coimbra-Gruppe, das Erasmus Student Network (ESN), die European Students’ Union (ESU), die European Association for the Applied Sciences in Higher Education (EURASHE) und die Guild of  European Research-Intensive Universities, the Academic Cooperation Association (ACA), AURORA, the European Association for International Education (EAIE), the European Consortium of Innovative Universities (ECIU), the European University Foundation (EUF), the European University Association (EUA), the League of European Research Universities (LERU), the Network of Universities from the Capitals of Europe (UNICA), the Mediterranean Universities Union (UNIMED), und the Young European Research Universities (YERUN).

 

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