Hochschulsektor fordert Änderungen am Vorschlag der Europäischen Kommission für das nächste Erasmus+-Programm
25. Februar 2026
Die Partner unterstreichen die zentrale Bedeutung von Erasmus+ für die Umsetzung des Europäischen Bildungsraums und die Unterstützung der Union of Skills. Sie betonen, dass die primäre Bildungsmission des Programms – hochwertige, inklusive Mobilität und transnationale Zusammenarbeit – konsequent gewahrt werden muss – unter Berücksichtigung seines Beitrag zu den übergeordneten Zielen der EU in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit, Zusammenhalt und Resilienz.
Unter Berücksichtigung von Inflation, die Integration des Europäischen Solidaritätskorps sowie neuer Initiativen würde das von der Kommission vorgeschlagene Budget des Programms lediglich den Stand von 2027 sichern.
Vor diesem Hintergrund fordern die Organisationen eine substanzielle Erhöhung der Mittel, die Wiedereinführung sektorbezogener Budgetzuweisungen und die Sicherung von mindestens 34,6 % des Budgets für den Hochschulsektor. Dies gewährleistet Transparenz, langfristige Planbarkeit, Qualität und Zugang – Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung des Programms und die Erreichung ambitionierter politischer Zielsetzungen.
Darüber hinaus eröffnen Synergien zwischen Erasmus+ und Programmen wie Horizon Europe, dem Europäischen Wettbewerbsfonds sowie nationalen und regionalen Bildungsplänen den Hochschulen die Möglichkeit, ihre Bildungs-, Forschungs- und Innovationsaufgaben besser zu verzahnen. Dies gilt insbesondere für die Initiative Europäischer Hochschulallianzen. Das von der Kommission vorgeschlagene neue Instrument der Erasmus+-Stipendien in strategischen Bereichen könnte, sofern sinnvoll, durch ergänzende Initiativen wie den Europäischen Wettbewerbsfonds kofinanziert werde.
Die Organisationen plädieren zudem für eine gezielte Einbindung der Mitgliedstaaten und des Hochschulsektors in die Definition und Evaluierung der neuen Initiative, deren Umsetzung nach Berechnungen jeweils 25 Mobilitäten pro Stipendium umfassen würde.
Angesichts des strategischen Werts des Erasmus+-Programms für Partnerschaften, Talentmobilität und Kapazitätsaufbau würde ein Beitrag von 6 Mrd. € aus dem Global-Europe-Instrument die internationale Zusammenarbeit des Programms stärken und die globale Position der EU in einem sich wandelnden geopolitischen Umfeld erhöhen.
Der Sektor betont außerdem die Notwendigkeit eines speziellen Erasmus+-Stipendienprogramms für besonders schutzbedürftige Studierende, neben der geforderten Etablierung eines dauerhaften europäischen Programms für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Risikohintergrund im Nachfolgeprogramm von Horizon Europe, aufbauend auf aktuellen Pilotprojekten wie SAFE und MSCA4Ukraine.
Auf seiner Generalversammlung 2025 hatte der DAAD bereits einige der vorgeschlagenen Änderungen vor Veröffentlichung des Kommissionsvorschlags thematisiert. So forderten DAAD-Mitgliedshochschulen und Studierendenschaften ein Gesamtbudget von mindestens 60 Mrd. €, davon ein Drittel für den Hochschulsektor. Dr. Stephan Geifes, Direktor der Nationalen Agentur Erasmus+ für Hochschulkooperation, setzt sich regelmäßig sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene für ein starkes Erasmus+-Programm ein, unter anderem in Veranstaltungen in Brüssel und in Anhörungen im EU-Parlament.
Relevant links
Gemeinsamer Aufruf zur Änderung des Vorschlags der Europäischen Kommission (18. Februar 2026)
Gemeinsamer Aufruf des europäischen Hochschulsektors für ein höheres Erasmus+-Budget (7. Januar 2026)
DAAD-Pressemitteilung (24. Juni 2025)