EPRS: Academic Freedom Monitor 2025

Der vom EU-Parlament Research Service (EPRS)  am 24. Februar 2026 herausgegebene Bericht gibt ein Update über die bestehenden Maßnahmen zur akademischen Freiheit in allen EU-Mitgliedsstaaten.

 

27. Februar 2026

Der Monitor wirft in Teil 1 einen Blick auf die öffentlichen Debatten und Studien zum Stand in vier ausgewählten Mitgliedsstaaten (Belgien, Finnland, Italien, Polen) und untersucht den Stand der akademischen Freiheit in der EU im globalen Kontext.

Teil 2 enthält eine thematische Analyse der potentiellen Auswirkungen aktueller Entwicklungen: politische Polarisierung, jüngste Entwicklungen im US-amerikanischen Hochschul- und Wissenschaftssystem, Kommerzialisierung der Wissenschaft und ausländische Einmischung.

Darüber hinaus werden auf EU-Ebene politische Optionen für mögliche legislative und nicht-legislative Initiativen vorgeschlagen, um die akademische Freiheit in den EU-Mitgliedsstaaten besser zu unterstützen.

Der Bericht zeigt auf, dass die akademische Freiheit zwar im globalen Vergleich hoch ist, aber in fast allen EU-Mitgliedsstaaten unter Druck steht. Besonders die Freiheit zu lehren, zu forschen und die institutionelle Autonomie sind betroffen.

Für acht Mitgliedsstaaten zeigt er auf, dass sich die Lage in den letzten zehn Jahren (2014-2024) erheblich verschlechtert hat. Für Deutschland weisen die Daten des Academic Freedom Index 2025 auf einen messbaren, aber faktisch letztlich dennoch lediglich leichten Rückgang der akademischen Freiheit hin.

Drei neue Politikoptionen

Auf der Grundlage der Ergebnisse werden ergänzend zu den Optionen, die im Bericht 2024 entwickelt wurde, drei neue Politikoptionen vorgestellt:

Politikoption 1

Entwicklung und Umsetzung von Strategien und Leitlinien für den Umgang mit ausländischer Einflussnahme und Sicherheitsrisiken im Rahmen internationaler Forschungskooperationen. Ein spezialisiertes Expertengremium auf europäischer Ebene könnte eingerichtet werden, das eng mit nationalen Gremien wie dem Kompetenzzentrum internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) des DAAD und der niederländischen Kontaktstelle für Wissenssicherheit zusammenarbeitet. Ferner könnte eine spezialisierte Einheit in jeder akademischen Einrichtung als zentrale Anlaufstelle für Wissenschaftssicherheit für Mitarbeitende und Studierende eingerichtet werden, die die europäische, nationale und institutionelle Ebene umfasst.

Politikoption 2

Entwicklung einer europäischen Strategie zur Förderung Europas als Kernregion für Schutz und Förderung der akademischen Freiheit, unter anderem durch neue strategische Allianz mit der EU und Ländern, die die akademische Freiheit aktiv fördern und schützen.

Politikoption 3

Entwicklung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der politischen Polarisierung auf die akademische Freiheit, insbesondere durch Stärkung der Unterstützung nationaler Regierungsbehörden, institutioneller Autonomie und Verwaltung sowie akademischen Personals und Studierendenvereinigungen.

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