Aktueller Bericht zur Mobilität von Forschenden in Europa

Die EU-Kommission hat den unabhängigen Expertenbericht „European Mobility of Published Researchers – Patterns, Trends, and Implications across Regions, Disciplines, and Cohorts“ veröffentlicht.

Der Bericht umfasst den Zeitraum von 2025 bis 2024 und erfasst und kartiert Muster der Forschungsmobilität innerhalb Europas und darüber hinaus.

Die Studie umfasst drei Dreijahreskohorten von Forschenden, die ihre ersten Veröffentlichungen in den Zeiträumen 2005–2007, 2008–2010 bzw. 2011–2013 vorlegten und anschließend über mindestens acht Jahre hinweg weiter publizierten. Die Datenerhebung erstreckt sich bis zum Jahr 2024 und ermöglicht damit eine Analyse zeitlicher Mobilitätstrends.

Während die Gesamtzahl der Forschenden gestiegen ist, lässt sich ein leichter Rückgang des weltweiten Anteils mobiler Forschender verzeichnen, was auch für weite Teile Europas zutrifft. Die Analyse konzentriert sich auf Forschende, die an Einrichtungen in EU-Mitgliedstaaten tätig sind, umfasst jedoch auch den gesamten Europäischen Forschungsraum (EFR) sowie ausgewählte Länder weltweit.

Mobilitätsmuster 

Europa weist weiterhin eine höhere Mobilität auf als die Vereinigten Staaten, China und Japan, mit einer starken innereuropäischen Zirkulation. Es bestehen deutliche regionale Unterschiede: Süd- und Osteuropa verzeichnet eine starke Abwanderung in Richtung West- und Nordeuropa, was strukturelle Ungleichheiten widerspiegelt und zum Braindrain beiträgt, während West- und Nordeuropa eine positive Migrationsbilanz aufweist. Dieses Muster scheint laut Bericht eine Kern-Peripherie-Dynamik zu bestätigen, die durch Unterschiede in Bezug auf Forschungskapazität, Karriereaussichten und institutionellem Prestige geprägt ist, und zu einem europäischen Braindrain aus Ost- und Südeuropa beitragen könnte. Innerhalb Europas ist die intraregionale Mobilität in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), den nordischen Ländern, Westeuropa und Südeuropa besonders ausgeprägt. Im Gegensatz dazu weisen Großbritannien und Irland nur begrenzte intraregionale Mobilität auf, fungieren jedoch als paneuropäischer Knotenpunkt mit hohen Zu- und Abwanderungsströmen in andere europäische Regionen. 

Zusammenhang zwischen Mobilität und Forschungsleistung 

Der Bericht zeigt zudem, dass internationale Mobilität, besonders Langzeitmobilität, mit höherer Forschungsleistung und größeren Kooperationsnetzwerken verbunden ist, wobei dieser Zusammenhang teilweise auch durch ein Selektionsbias erklärt werden kann, da leistungsstärkere Forschende eher dazu neigen oder besser in der Lage sind, ins Ausland zu gehen. Mobile Forschende verzeichnen im Vergleich zu nicht-mobilen Forschenden in der Regel ein stärkeres absolutes Wachstum sowohl hinsichtlich der Größe als auch der Vielfalt ihrer Mitautorinnen und -autoren-Netzwerke. 

Empfehlungen des Berichts 

Der Bericht empfiehlt erstens gezielte politische Maßnahmen zur Finanzierung, Mobilität und Karriereentwicklung, um regionale Ungleichheiten zu verringern und den Braindrain aus Ost- und Südeuropa zu reduzieren, und zweitens den Aufbau eines skalierbaren, datenbasierten Monitoring-Systems, das verschiedene Datenquellen integriert, um evidenzbasierte, transparente und vergleichbare Fortschrittsmessung zur Erreichung der ERA-Ziele zu ermöglichen. 

Weiterführende Informationen

Link zum Bericht der EU-Kommission

Der DAAD und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) veröffentlichen seit 25 Jahren mit ihrer Publikationsreihe Wissenschaft weltoffen jährlich einen daten- und faktenbasierten Bericht, der ein umfassendes Bild der internationalen Mobilität von Studierenden und Forschenden in Deutschland und anderen Ländern gibt. Die Analyse der internationalen Forschendenmobilität basiert auf bibliometrischen Daten.

Link zu Wissenschaft weltoffen

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