Konsultation zur Weiterentwicklung der European Student Card Initiative

Am 7. Mai 2026 fand die ESCI-Townhall statt, die den abschließenden Workshop eines umfassenderen Konsultationsprozesses der Europäischen Kommission darstellte, der im März 2026 initiiert wurde und sich mit der Zukunft der European Student Card Initiative sowie dem Übergang von ESCI zu ESCI+ befasst.

Ergebnisse der bisherigen Konsultation

Im Zeitraum vom 9. März bis zum 10. April 2026 wurde eine Umfrage durchgeführt, die sich an Hochschulbeschäftigte, Studierende und Studierendenvertretungen sowie Digital Officers von Nationalen Agenturen richtete und durch zielgerichtete Workshops ergänzt wurde.  Unter den 22.725 eingereichten Beiträgen zur Umfrage waren Studierende und Studierendenvertretungen zu 77,7% vertreten.

Die Ergebnisse der bisherigen Konsultation zeigen, dass die ESCI-Landschaft weiterhin von Fragmentierung in Systemen, Prozessen, Governance und Kommunikation geprägt ist. Für den Übergang in das nächste Erasmus+-Programm sind daher mehr Integration, stabile und kohärente Strukturen sowie die Vermeidung von Doppelstrukturen erforderlich. Besonders wichtig sind eine bessere Verzahnung der ESCI-Komponenten, stärkere Governance- und Koordinierungsmechanismen sowie eine klare mehrjährige Roadmap, um Hochschulen und Stakeholdern mehr Transparenz und Planungssicherheit zu bieten.

Ergebnisse des Online-Workshops:

An dem Workshop nahmen über 250 Personen teil, vor allem aus International Offices, dem IT-Bereich sowie von nationalen Agenturen und Behörden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Vertrautheit mit Erasmus Without Paper vergleichsweise hoch ist, während der Europäische Studierendenausweis weniger bekannt ist und die Erasmus+ App den meisten Teilnehmenden kaum geläufig war.

Im Mittelpunkt des Feedbacks stand der Wunsch nach einer Konsolidierung und Stabilisierung der bestehenden ESCI-Prozesse und -Komponenten. Besonders hervorgehoben wurden die Notwendigkeit, den Verwaltungsaufwand für Hochschulen und Studierende zu reduzieren, die Interoperabilität zwischen den Systemen zu verbessern sowie den Europäischen Studierendenausweis stärker auf die Validierung des Studierendenstatus und den Zugang zu studierendenbezogenen Angeboten auszurichten. Als entscheidender Erfolgsfaktor für ESCI im nächsten Erasmus+-Programm wurden vor allem technische Verbesserungen genannt.

Als Gastredende waren Harpa Sif Arnarsdóttir (Rannis), Dana Rocklin (Universität Stockholm) und Marco Comotti (ESN, IT-Manager) vertreten, um Kurzimpulse aus Stakeholder Sicht zu liefern.

So geht es weiter

  • 11. Juni 2026: ESCSI+ Konferenz zur Vorstellung der Konsultationsergebnisse. Teilnehmende haben die Möglichkeiten, in interaktiven Sessions ihre Perspektive zu den Ergebnissen einzubringen.
  • Q4 2026: EACEA informiert über die Konsultationsergebnisse.
  • Q4 2026: Veröffentlichung und Kommunikation einer detaillierten zukünftigen Roadmap, einschließlich der Einbindung relevanter Stakeholder über verschiedene Kanäle wie Veranstaltungen, Schulungen und Workshops. Gleichzeitig werden die technischen Spezifikationen finalisiert und die Entwicklung von ESCI+ startet.
  • Q1/Q2 2027: Erste Testphase von ESCI+.
  • Q3 2027: Umsetzung von Nutzertests gemeinsam mit Stakeholdern.
  • Q4 2027: Schulungen für Nutzerinnen und Nutzer zu ESCI+.
  • Q1/A2 2028: Vollständige Einführung von ESCI+.
  • Studienjahr 2028–2029: Studierendenmobilitäten werden vollständig durch ESCI+ unterstützt.

Hintergrund zu ESCI:

ESCI, die Flaggschiffinitiative der EU-Kommission, die darauf abzielt, den Europäischen Bildungsraum inklusiver, digital und vernetzter zu gestalten, ist aktuell wie folgt im Hochschulsektor verankert: Vernetzung von über 3200 Hochschuleinrichtungen über das EWP-Netzwerk, mehr als 290.000 digital geschlossene inter-institutionelle Vereinbarungen und 540.000 Learning Agreements, 280.000 Downloads der Erasmus App sowie 4,8 Millionen Europäische Studierendenausweise (davon 1,8 Millionen aktiv).

Links zu weiterführenden Informationen:

Link zur ESCI

Link zur Konsultation

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