Basierend auf über 30 Jahren Erfahrung in der Umsetzung des Erasmus-Programms in Deutschland, hat die Nationale Agentur im DAAD (NA DAAD) den Vorschlag der EU-Kommission für das Nachfolgeprogramm 2021-2027 aus Hochschulperspektive kommentiert.

Der Vorschlag ist laut NA DAAD eine „ausgezeichnete Grundlage“. Er greife die Forderung der Nutzer nach größtmöglicher Kontinuität auf, erlaube jedoch die Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen und neue Bedürfnisse.

Die NA DAAD begrüßt die von der Kommission geforderte Budgeterhöhung auf 30 Mrd. Euro. Dies sei mindestens nötig, um der aktuellen Nachfrage gerecht zu werden und zugleich neue Maßnahmen umzusetzen. Sie plädiert jedoch für eine gleichmäßige Mittelverteilung auf die sieben Jahre des Programms und fordert, dass – insbesondere in Anbetracht der öffentlichen Wahrnehmung – ein deutlicher Anstieg in allen Bereichen des Programms bereits für das erste Jahr, 2021 im Vergleich zum Vorjahr, sichergestellt wird.

Das NA-DAAD Papier macht weitere Vorschläge zur Ausgestaltung der Hochschulkomponente des aktuellen Programmvorschlags, hierunter:

  • Hochschulkooperation zielen i.d.R. auf alle drei Bereiche Kooperation, Exzellenz und Innovation. Die vorgeschlagene Trennung dieser drei Bereiche unter Leitaktion 2 ist aus Hochschulperspektive daher nicht zielführend.
  • Die NA DAAD fordert die Beibehaltung – sowohl in der Bezeichnung, als auch der inhaltlichen Ausgestaltung - der aktuell existierenden Programmlinie der „Strategischen Partnerschaften“ auf dezentraler Ebene. Die Neubezeichnung als „Kooperationspartnerschaft“ wird der innovativen und strategischen Ausrichtung dieser Partnerschaften nicht gerecht.
  • Die Auswahl „zukunftsweisender Bereiche“ muss unter Einbeziehung der Hochschulen und weiterer Stakeholder stattfinden. Diese spezielle Förderung darf weder den Umsetzungsprozess verkomplizieren, noch sich zu Lasten des derzeitigen Erasmus-Konzepts auswirken, welches offen für alle Disziplinen ist.
  • Inklusion im Hochschulbereich kann durch eine Kombination aus neuen Mobilitätsformen, besserer Betreuung, Digitalisierung, Marketing und höheren Stipendienraten erreicht werden. Diese Maßnahmen erfordern jedoch zusätzliche Finanzierung und sind Personal-intensiv. Vor diesem Hintergrund ist die Formel einer Verdreifachung der Geförderten bei lediglich einer Verdoppelung des Budgets und Verkleinerung des Verwaltungsbudgets durchaus fraglich.
  • Virtueller Austausch und „blended learning“ sollten als Querschnittsthemen in das Programm einbezogen werden und Hochschuleinrichtungen zusätzliche Mittel zur Entwicklung entsprechender Formate erhalten.
  • Das Programmziel, das Potenzial der Erasmus-Alumni zu mobilisieren, kann nicht allein durch zentralisierte Maßnahmen erreicht werden, sondern bedarf eines dezentralisierten Ansatzes.
  • Das Programm „Europa macht Schule – Europe meets School“ ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie sich Programmteilnehmer aktiv in die örtliche Gemeinschaft ihres Gastlandes einbringen können.

Hier gelangen Sie zur Stellungnahme der NA DAAD (auf Englisch):

Download: Feedback and Suggestions concerning Higher Education from the National Agency at DAAD (pdf, 214,95 KB)

Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD

Alle Informationen rund um Erasmus+, Antragstellung und Fristen sind auf der Website der Nationalen Agentur einzusehen. Zur Webiste

Zum Interview mit dem Direktoren der NA DAAD, Klaus Birk, zur Zukunft von Erasmus+ gelangen Sie hier.