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Schlussfolgerungen zu einer europäischen Strategie zur Stärkung der Hochschulbildung angenommen

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Bei ihrem Treffen am 5. April 2022 nahmen die Bildungsministerinnen und -minister eine Empfehlung zur Erleichterung einer wirksamen europäischen Hochschulzusammenarbeit an und billigten die Schlussfolgerungen zu einer europäischen Strategie zur Stärkung der Hochschuleinrichtungen für die Zukunft Europas sowie zur Förderung der Mobilität von Lehrkräften. In Hinblick auf den Krieg in der Ukraine stand zudem die Stärkung des Krisenmanagements im europäischen Bildungsraum auf der Agenda.

„A European strategy for universities“

Am 18. Januar hatte die EU-Kommission ihre Vision für die Zukunft der Hochschulen (die neue EU-Hochschulstrategie) und die Vertiefung ihrer transnationalen Zusammenarbeit in Europa (Vorschlag für eine Ratsempfehlung) präsentiert.

Mit der neuen Strategie der EU sollen alle europäischen Hochschulen darin unterstützt werden, sich an die sich wandelnden Bedingungen (Klimawandel, neue Technologien, demografischer Wandel und nicht zuletzt die COVID-19-Pandemie) anzupassen, sich gut zu entwickeln und zu Europas Widerstandsfähigkeit und Erholung beizutragen.

  1. Stärkung der europäischen Dimension von Hochschulbildung und Forschung
  2. Etablierung der Hochschulen als richtungweisende Wahrzeichen einer europäischen Lebens­weise, die auf folgenden Pfeilern beruht: (a) Qualität und Relevanz für zukunfts­sichere Kompetenzen, (b) Vielfalt und Inklusion, (c) demokratische Verfahren, Grundrechte und akademische Werte
  3. Aufwertung der Hochschulen als wichtige Akteure beim grünen und digitalen Wandel
  4. Stärkung der Hochschulen als treibende Kraft für die weltweite Führungsrolle der EU

  • die vollständige Umsetzung der Europäischen Hochschulinitiative (Ausweitung von 41 auf 60 Allianzen)
  • die Ausarbeitung eines rechtlichen Statuts für Hochschulallianzen 
  • das Hinarbeiten auf einen europäischen Hochschulabschluss
  • die Ausweitung der Europäischer Studierendenausweis-Initiative (Einführung eines einheitlichen „European Student Identifier“ bis Ende 2022 für alle mobilen Studierenden, bis Mitte 2024 für alle Studierenden an europäischen Hochschulen; erfordert Arbeit an gemeinsamen interoperablen, digitalen Infrastrukturen und Lösungen)
  • die Weiterentwicklung eines europäisches Qualitätssicherungs- und Anerkennungssystems für gemeinsame Studienprogramme auf allen akademischen Ebenen

Grundsätzlich wird erwartet, dass die von der EU geförderten Europäischen Hochschulen die Um­setzung dieser Maßnahmen entscheidend und in Synergie mit der Neuausrichtung des Euro­päischen Forschungsraums und der dazugehörigen Policy Agenda vorantreiben werden.

Die Förderung für die Maßnahmen der Strategie soll über Erasmus+ hinaus durch andere EU-Programme wie Horizont Europa, Digitales Europa, den NextGenerationEU-Wiederaufbaufonds, aber auch durch nationale und regionale Programme erfolgen.

Link zur Veröffentlichung des EU-Hochschulpakets

Der DAAD und die Außenstelle haben sich aktiv bei der Entwicklung der Strategie eingebracht und u.a. Input im Rahmen der öffentlichen Konsultation eingereicht.

In den Schlussfolgerungen des Rates zu einer europäischen Strategie zur Stärkung der Hochschuleinrichtungen für die Zukunft Europas wird dazu aufgefordert, die europäische Zusammenarbeit im Rahmen der vier Kernziele zu unterstützen, die in der „Kommunikation über eine europäische Strategie für Hochschulen“ der EU-Kommission vom 18. Januar bereits benannt wurden (Link).

Um die o.g. Strategie in die Praxis umzusetzen, legt die Empfehlung des Rates zur Erleichterung einer wirksamen europäischen Hochschul­zusammen­arbeit Maßnahmen fest, die die Mitgliedstaaten und die EU innerhalb eines Jahres ergreifen sollen.

So sieht die Empfehlung des Rates ab 2022 ein europäisches Gütesiegel für gemeinsame Abschlüsse vor, welches den Weg für einen künftigen europäischen Abschluss ebnen soll. Empfohlen wird ferner, neue Instrumente zur Institutionalisierung der Zusammenarbeit zwischen den Hochschul­einrichtungen, beispielsweise über einen gemeinsamen rechtlichen Status für Allianzen von Hochschuleinrichtungen zu prüfen. In einem weiteren Schritt soll eine gemeinsame europäische Finanzierung, die alle Aufgaben der „Europäischen Hochschulen“ abdeckt, geprüft werden.

Des Weiteren billigten die Ministerinnen und Minister Schlussfolgerungen des Rats zur Förderung der Mobilität von Lehrkräften und Ausbildern, fordern darin die Mitgliedstaaten auf bestehende Hindernisse zu beseitigen, organisatorische und finanzielle Unterstützung anzubieten und die Mobilität von Lehrkräften und angehenden Lehrkräften zu fördern.

Nicht zuletzt wurde während der Ratssitzung die Stärkung des Managements und der Antizipation von Krisen im europäischen Bildungsraum diskutiert. Die COVID-19 Pandemie sowie der Krieg in der Ukraine zeigen erneut auf, wie negativ sich Krisen  auf Bildungssysteme auswirken. In diesem Zuge sagten die EU-Mitgliedstaaten die Aufnahme von Millionen von Kindern und Studierenden in einer Notlage zu.

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