Europäisches Gütesiegel und Rechtsstatus für europäische Hochschulallianzen

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Die zehn ausgewählten Erasmus+ Pilotprojekte gelten als weiterer Meilenstein in der Umsetzung des Europäischen Bildungsraums und für die Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Hochschulabschlusses

EU-Kommissarin Mariya Gabriel gab am 31. Januar den Startschuss für zehn Pilotprojekte zur Erprobung eines Gütesiegels für gemeinsame europäische Hochschulabschlüsse und institutionalisierter Kooperations­instru­mente. Die Pilotprojekte werden jeweils eine Förderung von bis zu € 200.000 über das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ erhalten.

Sechs der zehn Pilotprojekte werden das ergänzende Gütesiegel „europäischer Hochschulabschluss“ testen. Das Siegel ist ein weiterer Schritt in Richtung eines europäischen Hochschulabschlusses. Das Gütesiegel soll die Abschlüsse ergänzen, die Studierende im Rahmen von gemeinsamen, auf transnationaler Zusammenarbeit basierenden Studiengängen, z. B. an „Europäischen Hochschulen, erwerben. Das Siegel soll die Kompetenzen und Lernergebnisse von Studierenden veranschaulichen, die ein gemeinsames Studienprogramm mehrerer Hochschulen in unterschiedlichen Ländern und Sprachen absolviert haben, an einer Mobilität teilgenommen haben und von den interdisziplinären pädagogischen Konzepten solcher Programme profitieren konnten.

Die anderen vier Projekte werden es europäischen Hochschulallianzen ermöglichen, neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben, beispielsweise auf Grundlage eines potenziellen europäischen Rechtsstatus. Ziel eines solchen Rechtsstatus wäre es, den Allianzen auf freiwilliger Basis den benötigten Spielraum zu geben, gemeinsam zu handeln, strategische Entscheidungen zu treffen, Einstellungsverfahren zu erproben, Lehrpläne zu entwerfen oder Ressourcen und Kapazitäten in den Bereichen Personal, Technik, Daten, Bildung, Forschung und Innovation zusammenzulegen.

Die von der Europäischen Kommission am 18. Januar 2022 vorgestellte europäische Hochschulstrategie (Link) zielt darauf ab, im Hochschulbereich eine echte europäische Dimension zu entwickeln, die auf gemeinsamen Werten beruht. Auf dieser Grundlage hat der Rat in seinen am 5. April 2022 angenommenen Schlussfolgerungen zu einer europäischen Strategie zur Stärkung der Hochschuleinrichtungen für die Zukunft Europas (Link) die Mitgliedstaaten und die Kommission aufgerufen, Allianzen von Hochschuleinrichtungen wie die „Europäischen Hochschulen“ zu unterstützen.

Dabei sollen gemeinsame Kriterien ausgelotet werden, die zu einem potenziellen europäischen Gütesiegel für gemeinsame Programme führen könnten, auf deren Basis später gemeinsame Studienabschlüsse konzipiert und angeboten werden können. Auch sollen bedarfsgerechte und umsetzbare Maßnahmen getroffen werden, um die Hindernisse für eine vertiefte, langfristige und flexible transnationale Zusammenarbeit und die Entwicklung institutionalisierter Kooperationsinstrumente zu überwinden.

Im Sinne der am 5. April 2022 angenommenen Empfehlung zur Erleichterung einer wirksamen europäischen Hochschulzusammenarbeit (Link) rät der Rat den Mitgliedstaaten, Hochschuleinrichtungen zu ermutigen und dabei zu unterstützen, gemeinsame Programme anzubieten und gemeinsame Abschlüsse zu vergeben. Im Sinne dieser Empfehlungen hat die EU-Kommission eine offene Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen (Link) zu experimentellen strategischen Maßnahmen im Hochschulbereich mit einem Budget von € 2 Mio. veröffentlicht.

Aus Deutschland sind Hochschulen und Universitäten aus Darmstadt, Hamburg, Kaiserslautern, dem Saarland, Tübingen und Trier an insgesamt fünf Projekten beteiligt. Die Projekte sollen im Frühjahr 2023 anlaufen.

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